Studie zur Berufsrückkehr
Nach der Elternzeit zurück in den Job
Der Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit stellt junge Mütter meist vor große Herausforderungen. Wie die Rückkehr in den Job nach der Babypause dennoch gut gelingen kann, zeigt eine Studie.
Studie über Berufsrückkehrer
Bei etwa zwei Drittel glückt der Wiedereinstieg
Für einen gelungenen Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit gibt es belegbare Erfolgsfaktoren. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach für die hessenstiftung – familie hat zukunft.
Entscheidend für die Zufriedenheit einer Mutter mit dem Wiedereinstieg in ihren Beruf sind:
- die Dauer der Elternzeit
- der wechselseitige Kontakt zwischen Unternehmen und Mutter während der Auszeit
- qualifizierte Teilzeitstellen und flexible Arbeitszeiten
- Weiterbildungsmöglichkeiten
- Qualität und Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen
Das Gesamtergebnis der bundesweit repräsentativen Stichprobe zeigt, dass bei knapp zwei Drittel der 571 befragten Mütter im Großen und Ganzen der Wiedereinstieg geglückt ist. Die Ergebnisse werden bestätigt und ergänzt durch eine Umfrage unter 308 Personalchefs und Leitern von kleinen und mittelständischen Betrieben. 97 Prozent der Vorgesetzten sind der Meinung, dass den Müttern die Berufsrückkehr gut gelingt.
Ein Drittel der Mütter: Unterbrechung hat mir beruflich geschadet
Allerdings kann das Ergebnis nicht über die Probleme hinwegtäuschen, die der Arbeitsalltag mit sich bringt. Darunter fallen etwa unflexible Arbeitszeiten, die Doppelbelastung von Beruf und Familie sowie Probleme mit der Kinderbetreuung. Ein Drittel der Mütter gab an, dass die Unterbrechung ihnen beruflich geschadet habe. So seien sie in der Karriere nicht weitergekommen (10 Prozent) oder hätten in der Folge der Elternzeit kündigen müssen (8 Prozent). Allerdings sind sich über die Hälfte der Befragten einig, dass sie nach der Auszeit besser organisiert seien als zuvor und besser Wichtiges von Unwichtigem trennen könnten. Die bessere und effizientere Arbeitsorganisation der Rückkehrerinnen wird von 68 Prozent derArbeitgeber bestätigt.
Dauer der Elternzeit und Verbindung zum Unternehmen
Je nach Größe des Betriebes ist die „Betroffenheit“ von Elternzeit und Wiedereinstieg unterschiedlich: In kleinen Betrieben bekam etwa ein Drittel der Belegschaft innerhalb der letzten fünf Jahre ein Kind. In Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern waren es schon 72 Prozent, bei denen bis 250 Mitarbeitern hingegen 93 Prozent. Nach der Geburt kehrt etwa ein Drittel nach nur einem Jahr Elternzeit in den Betrieb zurück. Ein weiteres Drittel, meist in mittelgroßen Unternehmen beschäftigt, dehnt diese Zeit auf drei Jahre aus. Die Mütterbefragung bestätigt, dass knapp die Hälfte eine Berufspause von rund zwei Jahren eingelegt hatte. Über die Doppelbelastung von Familie und Beruf klagen am meisten die Frauen, die nach kurzer Elternzeit von bis zu einem Jahr in den Beruf zurückkehrte. 50 Prozent von ihnen wünschten sich mehr Unterstützung im Haushalt durch den Partner. Dreiviertel der Frauen hielten den Kontakt zum Arbeitgeber während der Auszeit für wichtig. 51 Prozent der Befragten haben diesen auch gesucht und sich über Neuerungen und Entwicklungen informiert oder informieren lassen, oft durch persönliche Kontakte oder Telefongespräche mit Kollegen. Etwa 62 Prozent von ihnen kehrten im Zuge dessen zu ihrem alten Arbeitgeber zurück.
Vorteilhaft spielte hier auch die gesetzliche Regelung der Elternzeit in dieses Ergebnis mit hinein. Dennoch änderten sich die Arbeitsfelder (inhaltlich) bei knapp 35 Prozent. Schlechter traf es diejenigen, die länger als drei Jahre zuhause blieben: Von ihnen mussten sich ca. 80 Prozent eine neue Stelle suchen. Dies spiegelt sich auch in der Arbeitgeberangabe, dass 43 Prozent der Angestellten, die Elternzeit beanspruchen, von neu eingestellten Kräften ersetzt wurden.

Druck
Kommentare
Email