Letzte Hoffnung Mittagsschlaf

Haben Eltern noch Zeit für Sex?

Ein Paar hat vor, die bundesdeutsche Beischlafquote zu heben - theoretisch. Denn in der Praxis sind die beiden Eltern von zwei Kindern. Bleibt die Mittagspause als letzter Ausweg zum Stelldichein - theoretisch. Und in der Praxis?

Autor: Andrea Lützenkirchen
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Eltern haben Sex: Klar, aber wann?

Paar im Bett lachend
Foto: © iStockphoto.com/ schwester

Eltern von kleinen Kindern sind nicht immer zu beneiden. Nicht nur, dass man ihnen von allen Seiten erzählt, wie wichtig ein erfülltes Liebesleben für sie ist. Sie wollen ja auch. Aber: Sie kommen einfach nicht dazu! Sehen Sie selbst, wie es einem Paar mit zwei reizenden Kindern ergehen kann.

Abends

Wir kommen von einer Party nach Hause, Tilman und ich. Es war ein netter Abend und wir haben Lust, ihn in körperlicher Nähe fortzusetzen. Kichernd schließen wir die Tür hinter der Babysitterin. Da, gerade da, dringt aus dem Kinderzimmer ein klägliches Weinen: "Mama, ich habe so schlecht geträumt, kann ich bei euch schlafen?" Lebenskünstlerpech. Dann vielleicht Morgen früh. Morgens ist die Biorhythmuskurve auch ganz oben.

Am nächsten Tag - Morgens

Sonntagmorgen, sechs Uhr dreißig. Wir wachen beide zur gewohnten Zeit auf. Ohne Wecker, ohne Weckrufe, ohne tapsende Kinderfüße. Und die Lust, geschürt durch den vergangenen Abend, ist auch noch da. Vorsichtig schieben wir das fünfjährige, leicht schnarchende Bündel Richtung Bettkante. Wir schmiegen unsere Körper aneinander. Jetzt könnte es eigentlich losgehen, denken wir."MAAAMAA!" schreit da jemand aus einem anderen Teil der Wohnung. Müssen wir diese Stimme kennen? Das Geschrei lässt sich nicht ignorieren und Sekunden später liegen wir zu viert auf einem Meter sechzig und der Tag beginnt.

Mittags

Bleibt nur noch die Hoffnung auf die Mittagszeit. Nach dem Essen schläft Sprössling Nummer Zwei den Schlaf der müden Zweijährigen und Nummer Eins hört im Wohnzimmer die aktuell geliebte Jim-Knopf-Kassette. "Wenn der große Zeiger auf der Zwölf steht, darfst du uns wecken", sagen wir ihm. Schon ein bisschen ermattet strecken wir uns in die Kissen. Doch die Sonne schickt warme Strahlen ins Zimmer und von irgendwoher kommen doch wieder Frühlingsgefühle. Wann, wenn nicht jetzt? Für ein langes Vorspiel bleibt keine Zeit. Aber ein Quickie ist ja auch was Schönes. Zehn Minuten vergehen. Etwas kracht im Wohnzimmer auf den Boden. "Papa, kannst du mir mal helfen?" Wir seufzen ergeben. "Ich komme gleich", ruft Tilman zurück, was mich zu einem prustenden Gelächter veranlasst. Weitere vier Minuten verstreichen ruhig. Da öffnet sich die Schlafzimmertür wie von Zauberhand. Ein Kind steht im Rahmen, zu wem gehört es nur? "Papa, die Kassette ist kaputt – Bandsalat."

Eine allerletzte Hoffnung besteht noch: Nächstes Wochenende ist Oma-Wochenende. Dann aber bestimmt.

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