Gebären in den eigenen vier Wänden

Hausgeburt: Selbstbestimmt und vertrauensvoll

Frauen, die zu Hause entbinden, erleben die Geburt oft als besonders beglückend. Aber trotzdem wagen nur wenige diesen Schritt, denn er birgt auch Risiken. In diesem Artikel beschreibt urbia für Sie deshalb die Vor- und Nachteile von Hausgeburten.

von Constanze Nieder
Mutter muede Neugeborenes
Foto: © iStockphoto.com, gaiamoments

Mehr Geborgenheit

Von Anfang an stand für Karina Kübitz fest, dass sie ihr erstes Kind zu Hause zur Welt bringen möchte. "Während meiner Ausbildung haben wir Lehrfilme über verschiedene Geburten gesehen. Es wurde auch eine Hausgeburt gezeigt. Die fand ich einfach toll", erzählt die Physiotherapeutin: "Als ich dann schwanger war, haben wir uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Mein Mann war von der Hausgeburt auch überzeugt. Die Geburt ist ein sehr intimer Prozess, da wollte ich einfach in der häuslichen Umgebung sein." Mittlerweile ist ihre erste Tochter vier Jahre alt. Ebenso wie sie wurde auch die jüngere Schwester (eineinhalb Jahre) zu Hause geboren.

Weniger als zwei Prozent Hausgeburten

Damit ist die Bergisch Gladbacherin eine von wenigen Frauen in Deutschland, die ihr Kind in den heimischen Wänden zur Welt bringen. "Die Zahl der Hausgeburten liegt im Jahr unter zwei Prozent", berichtet Lisa Janicke, Beirätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammen Verband (DHV). Mit leichten Schwankungen stagniere diese Zahl seit etwa 20 Jahren. Oft entschieden sich Frauen bei der zweiten Entbindung für eine Hausgeburt: "Sie wissen von der ersten Geburt, dass sie stark genug sind und sehen die Geburt als natürlichen Prozess an." Prinzipiell könne jede Frau, die keine Risikoschwangerschaft habe, zu Hause gebären. Zu den Risikofaktoren, die eine Hausgeburt ausschließen, zählen unter anderem Herz-, Kreislauferkrankungen, Diabetes, Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit sowie Schwangerschaftserkrankungen wie Gestose, erklärt Lisa Janicke. "Auch wenn es bei früheren Entbindungen zu starken Blutungen oder einem Kaiserschnitt kam, dann ist von einer Hausgeburt abzusehen", erläutert Janicke, die zugleich betont: "Aus meiner Sicht stellt allein das Alter kein Risiko dar. Wenn Spätgebärende keine gesundheitlichen Risiken haben, dann spricht auch nichts gegen eine Hausgeburt." In jedem Fall sollte frühzeitig Kontakt mit einer Hebamme aufgenommen werden. "Meistens kommt bei der Hausgeburt zur Sicherheit noch eine zweite Hebamme hinzu", so die Fachfrau.