Mehr Entspannung in der Badewanne?
Vorteile einer Wassergeburt
Viele Frauen schwören auf die Wassergeburt. Denn die Geburt in der Badewanne kann entspannender sein und sanfter verlaufen als die Entbindung "im Trockenen". Was für, was gegen eine Wassergeburt spricht, lesen Sie in diesem Artikel.
Die Wassergeburt – eine alte Tradition
Wenn früher eine Maori-Frau auf Neuseeland Wehen bekam, ging sie zum Meer. In einem der "tidepools", bei denen Steine ein kleines Becken bilden, brachte sie dann vor den Wellen geschützt und vom immer frischen warmen Wasser umspült, ihr Kind zur Welt. Wie die Maori nutzten viele andere Naturvölker die entspannende Wirkung warmen Wassers. So wurden die Kinder auf den polynesischen Inseln in den warmen Lagunen der Korallenriffe geboren. Und noch heute klammern sich die Frauen vieler Urwaldvölker am Amazonas an Mangroven, während sie ihre Babys im Fluss gebären.
Sanfte Geburtsmethode
Auch in unserer westlichen Welt haben Gebärende, Hebammen und Ärzte die Geburt im Wasser als eine der sanftesten Geburtsmethoden entdeckt. Die meisten Kliniken und Geburthäuser haben sich inzwischen darauf eingestellt und große Wassergeburtsbecken gehören heute fast selbstverständlich zur Ausstattung der Geburtszimmer dazu. Doch auch wer eine Hausgeburt plant, kann sein Kind im Wasser zur Welt bringen: Eine aufblasbare Gebär-Badewanne kann man sich von Verleihfirmen per Post zuschicken lassen.
Vorteile der Wassergeburt für Mutter und Kind
Vor allem aus zwei Gründen findet die Geburt im Wasser immer mehr Interesse: Die werdende Mutter kann die Wehen besser ertragen und das Kind erlebt weniger Stress.
Im warmen Wasser entspannen sich Muskulatur und Gewebe. Eine Frau, die sich entspannt fühlt, hat auch weniger Angst und ihr Muttermund öffnet sich leichter und schneller. Während große Angst zu Verspannung und damit auch zu mehr Schmerz führt, was wiederum noch größere Angst auslöst, ist dieser Kreislauf hier durchbrochen. Weil sich die Frau besser entspannen kann, fühlt sie weniger Schmerz: Die Geburtswege werden weich und elastisch. Hinzu kommt, dass Wasser die Frau dazu einlädt, die Bewegungen und Positionen zu finden, die ihr das Gebären erleichtern. Deshalb benötigen Frauen, die im Wasser entbinden, seltener ein Schmerzmittel. Auch Verletzungen im Dammbereich kommen weniger häufig vor als "an Land". Ist ein Dammschnitt wirklich nötig, braucht die Frau dafür nicht aus dem Becken zu steigen.
Weniger Stress fürs Kind
Für das Baby ist Wasser vertrautes Milieu. Kühle Außenluft ist ihm dagegen fremd. Ins Wasser hineingeboren zu werden bedeutet einen sanften Übergang von seiner bisherigen Welt in unsere Welt. Und durch die größere Gelöstheit seiner Mutter wird auch das Baby auf seinem Weg durch den Geburtskanal weniger Stress ausgesetzt. Die Kölnerin Ulrike Seifert, die ihre Töchter beide unter Wasser zur Welt brachte, erzählt: "Keins der Kinder schrie nach der Geburt. Beide wirkten ganz entspannt und zufrieden, als sie im Wasser auf meinem Bauch lagen."
Geburtsablauf und Argumente dagegen
Die Gebärende entscheidet selbst, ob und wann sie in das Geburtsbecken steigen möchte. Das kann schon zu Beginn der Wehen oder auch erst mit dem Einsetzen der Presswehen geschehen. Mit einem CTG-Funk-Gerät können die kindlichen Herztöne auch im Wasser überwacht werden. Wenn es für beide Eltern angenehm ist, steigt der Vater mit in das Becken. "Während der anderthalb Stunden, die ich im Wasser verbrachte, saß mein Partner hinter mir und stützte mich", berichtet Ulrike Seifert. Nach der Geburt können Eltern und Kind im Wasser sitzen bleiben und sich in Ruhe kennen lernen. Erst wenn sich die Plazenta gelöst hat, ist es an der Zeit, die Wanne zu verlassen.
Einwände gegen die Wassergeburt
Kann das Baby denn nicht ertrinken? wird immer wieder gefragt. Diese Gefahr besteht nicht, denn der Atemschutz-Reflex des Kindes verhindert, dass Wasser in seine Lunge eindringt. Dieser natürliche Reflex verschließt die Luftröhre des Kindes solange es von Wasser umgeben ist. Das Neugeborene atmet erst dann ein, wenn die Haut seines Gesichts mit Luft in Berührung kommt. Auch bleibt das Baby nicht Minuten, sondern nur einige Sekunden unter Wasser, bevor die Hebamme es auf den Bauch seiner Mutter legt.
Ein Infektionsrisiko des Säuglings besteht nicht. Das mit Fruchtwasser und Blut vermischte Badewasser enthält nur körpereigene Stoffe der Mutter, an die das Kind seit neun Monaten gewöhnt ist.
Von einer Wassergeburt abgeraten wird bei:
- Frühgeburtlichkeit
- auffälligem CTG
- grünem Fruchtwasser
- Mehrlingsschwangerschaft
- Beckenendlage
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Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht einer Wassergeburt.
Wo Sie ein Gebärbecken für die Hausgeburt ausleihen können, erfahren Sie bei Ihrer Hebamme oder hier.







