Die Lehre von der Berührung
Haptonomie: Direkter Draht zum Kind
Haptonomie ermöglicht es beiden Partnern, ihr Kind zu spüren, zu streicheln und schon im Mutterleib kennen zu lernen. urbia sagt Ihnen, wie das funktioniert.
Dem Baby schon vor der Geburt begegnen
Viele Schwangere kennen das: Man spürt das Kind schon hier und da, kann sich aber trotzdem an manchen Tagen gar nicht so recht vorstellen, dass man tatsächlich ein Baby im Bauch hat. Und wie das wohl so ist, aussieht und sich fühlt, schon gar nicht. Väter haben es da noch schwerer: An ihrem Körper verändert sich frustrierenderweise so rein gar nichts während der Schwangerschaft ihrer Partnerin - außer dass auch sie oft mehr futtern und deutlich rundlicher werden. In ihrem Bauch tritt nichts und zappelt nichts, und sie beneiden die Frau manchmal, weil sie das gemeinsame Baby schon spüren und vielleicht eine engere Beziehung zu ihm herstellen kann. Hier setzt die Haptonomie (griechisch: Lehre von der Berührung) an: Sie ermöglicht es beiden Partnern, ihr gemeinsames Kind zu spüren, zu streicheln und schon im Mutterleib recht gut kennen zu lernen.
Ein kleines Experiment überzeugt auch skeptische Väter
Wenn ein Paar zur Haptonomie kommt, beginnt Hebamme Claudia Knie vom Geburtshaus in Wuppertal zunächst mit einem kleinen Experiment: „Ich bitte den Vater immer, sich mit dem Bauch nach unten auf eine Gymnastikmatte zu legen. Dann kitzele ich ihn ohne Vorwarnung ein wenig, so dass er die übliche Reaktion zeigt, eben ein bisschen zuckt.“ Jetzt legt ihm Claudia Knie eine Hand auf den Rücken und beide fühlen die gegenseitige Berührung einige Minuten lang schweigend. „Nach fünf Minuten merkt man, dass irgendetwas sich verändert hat. Man kann es nicht in Worte fassen.“ Und das Erstaunliche: „Wenn ich den Mann jetzt noch mal kitzele, reagiert sein Körper nicht mehr. Die übliche Abwehrspannung ist nicht mehr auslösbar.“ Was ist passiert? „Während der haptonomischen Berührung hat sich Vertrauen aufgebaut. Hat der Mann zunächst seine eigene Verletzlichkeit (durch das Kitzeln) gespürt, erfährt er jetzt, wie man sie aufheben kann. Das ist ein guter Start, um zu verstehen, wie Haptonomie funktioniert“, so die Hebamme.

Druck
Kommentare
Email