So zeigen Sie Kindern, woher unser Essen kommt

Wächst der Salat im Supermarkt?

Bunt verpackt und völlig losgelöst von der Natur - so wirken viele Nahrungsmittel auf Kinder. Doch es gibt spannende Möglichkeiten zu entdecken, woher unser Essen kommt und was der Lieblingsjoghurt mit einer gescheckten Kuh zu tun hat!

Autor: Gabriele Möller
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Kommt die Milch aus der Fabrik?

Herkunft Nahrungsmittel
Foto: © colourbox

Im Supermarkt sieht alles irgendwie gleich aus: Es gibt von allem unglaublich viel, und alles ist bunt. Und auch im heimatlichen Kühlschrank sieht es nicht so viel anders aus. Kinder können kaum noch erkennen, was der in Plastik eingeschweißte Käse mit muhenden Kühen oder der Kopfsalat mit sommerlichen Feldern zu tun haben soll.

Es ist daher eine tolle Erfahrung für sie, wenn Nahrungsmittel aus ihrer seltsamen Losgelöstheit befreit werden und das kleine Wunder ihrer Entstehung sichtbar wird. Sechs Ideen dafür, die nicht nur den Jüngsten Aha-Erlebnisse verschaffen!

1. Ein eigenes Gemüsefeld für Stadtkinder

Nichts schmeckt besser, als eine frisch aus der Erde gezogene Möhre - das gilt sogar für kleine Gemüsemuffel. Auch wer keinen eigenen Garten hat, kann jungem Spinat, knackigen Gurken oder sonnengelben Kürbissen beim Wachsen zuschauen und sie selbst ernten: In fast allen Regionen gibt es inzwischen die Möglichkeit, kleine Parzellen auf Feldern zu pachten, bei denen etwa 20 verschiedene Gemüsesorten schon vorgepflanzt sind. Familien können diese Pflanzen in der Freizeit hegen, pflegen und ernten. Bauern stehen den Anfängern dabei mit Rat zur Seite, und man erhält Info-Material zum Weiterlesen. Kinder lernen ganz nebenbei, wie die einzelnen Gemüsepflanzen aussehen und wie ihre Früchte entstehen. (Anbieter s. Serviceteil).

2. Freilichtmuseum - wo gut gelaunte Hühner scharren

In jeder Region Deutschlands gibt es liebevoll aufgemachte Freilichtmuseen (Standorte s. Serviceteil). Bei einem Wochenend-Ausflug hierher sehen Kinder nicht nur, wie Menschen früher gewohnt und gearbeitet haben. Die meisten Freilichtmuseen zeigen auch Bauern- und Kräutergärten sowie alte Fallobst-Wiesen. Viele halten auch Bienenvölker, Gänse, Enten, Hühner und traditionelle Schweine- und Rinderrassen. In den Läden wird oft Apfelmost oder Obstkuchen von den eigenen Früchten, oder Bienenhonig oder Wachs der eigenen Bienenvölker verkauft. In den Sommermonaten gibt es in fast allen Freilichtmuseen Mitmach-Aktionen für Kinder, wie Mehl mahlen oder Brot backen.


3. Offene Türen: Ein Blick in Backstraßen und Milch-Pools

Doch es muss nicht immer die Idylle von gestern sein, die Kinder fasziniert. Auch große Molkereien zeigen bei Tagen der offenen Tür, wie die Milch angeliefert und in riesigen Bottichen gesammelt, erhitzt, zu verschiedenen Produkten verarbeitet und abgepackt wird. Auch viele Bäckereien bieten einmal jährlich einen Tag der offenen Tür oder ein "Backstubenfest" an, bei dem Familien lernen können, wie die Brote und Brötchen geformt und gebacken werden. Für Termine einfach in einer Suchmaschine die Stichworte "Tag der offenen Tür Bäckerei/Molkerei", "Backstubenfest" oder "Tag der offenen Backstube" zusätzlich zum Namen der Stadt eingeben.

Wer in einer Hafenstadt wohnt, sollte mit Tochter oder Sohn unbedingt einmal den lokalen Fischmarkt besuchen, damit das Kind sieht, wie die Fischstäbchen in Wirklichkeit aussehen. Wie Obst, Gemüse oder Käse produziert und dann von der Bauernfamilie selbst verkauft werden, wird für Kinder auf Bauernmärkten und in Hofläden anschaulich. Sie sind authentischer und übersichtlicher als neonbeleuchtete, übervolle Supermärkte. Viele Höfe bieten außerdem im Sommer "Tage des offenen Bauernhofs" an, deren Termine die Bauernverbände im Internet veröffentlichen (Stichwort "Tag des offenen Bauernhofs" und eigenes Bundesland eingeben).

4. Selber ernten mit Nasch-Faktor!

Alle Kinder lieben es, Obst selbst zu ernten. Dies ist im Sommer nicht nur auf ausgewiesenen Erdbeerfeldern möglich, sondern auch in anderen Obstplantagen mit Äpfeln, Birnen oder Beerenobst. Einfach in eine Suchmaschine die Begriffe "Äpfel selbst ernten", "Erdbeeren selbst pflücken", "Selbstpflücke" oder "Beeren selbst ernten" eingeben, um ein Feld in der Nähe zu finden. Man kann eigene Sammelgefäße (Schüssel, Korb) mitbringen, aber auch direkt am Feld leihen oder kaufen. Naschen ist beim Pflücken mit inbegriffen, darüber sehen die Bauern - vor allem bei Kindern - meist großzügig hinweg.

Ganz kostenlos und genauso lecker ist es, Brombeeren, Himbeeren, Wildkirschen und Haselnüsse selbst zu pflücken. Beerensträucher wachsen oft an Wegrändern und an trockenen, sonnigen Hängen, Kirsch- und Nussbäume oft in Gesellschaft anderer halbhoher Bäume am Rand von Wiesen, Wegen oder Waldstücken. Meist sind die Früchte und Nüsse im Spätsommer reif. Natürlich sollte man sicher sein, dass kein privater Besitzer die Bäume nutzt.

5. Hoffest: Wie heißt die Kuh, wo wohnt das Huhn?

Viele Bio- oder Familienbauernhöfe haben regelmäßige Hoftage. Hier werden Mitmach-Aktionen für Kinder angeboten ( Backen, Basteln mit Naturmaterialien), die Kleinen dürfen aber auch Tiere streicheln, beim Füttern zuschauen, im Stroh toben, Bio-Hühner bei der Ei-Ablage in den Legenestern sehen, oder beim Melken dabei sein. Bei einem Spaziergang in der Umgebung des Hofes können Eltern dem Kind die Felder anschauen und zeigen, wie eine Kartoffelpflanze über der Erde aussieht, oder woran man die Ähren von Weizen oder Roggen unterscheidet. Hier wächst auch das Lieblingsfutter von Kühen oder Schweinen: dicke, rosafarbene Futterrüben oder gelbe Maiskolben. Im Hofladen kann das Kind dann den Salat oder die Kartoffeln mit aussuchen, die es draußen hat wachsen sehen.

6. Auf dem Trecker zur Ernte: Mitmach-Bauernhöfe

Ein Kind, das einmal Ferien auf einem richtigen Bauernhof verbracht hat, wird nie mehr glauben, Kartoffeln wüchsen auf Bäumen oder Kühe seien lila. Ein neuer Trend in Sachen Urlaub auf dem Bauernhof sind Mitmach-Höfe. Hier können Familien bei der Tierpflege, dem Melken, Ausmisten, Pflanzen und der Ernte helfen, und sogar auf dem Trecker mitfahren. So erleben Klein und Groß "live", was es alles braucht, bis Erbsen, Milch oder auch Schinken auf dem eigenen Tisch landen. Dabei kann die Familie sich je nach Neigung auf einem Obst-, einen Vieh-, einem Reiter-, einem Hof mit Fischzucht oder sogar einem Weingut einmieten (Anbieter i. Serviceteil).

Service:

Kinderbücher:

  • Steffensmeier, Alexander: "Wo kommt unser Frühstück her? Von Hühnerei und Honigbrot", Verlag Oetinger, ISBN-13: 978-3789171376 (von 3 bis 6 Jahren).
  • Rübel, Doris: "Wieso? Weshalb? Warum? Nr. 19: Unser Essen", Ravensburger Buchverlag, ISBN-13: 978-3473332625 (4 bis 7 Jahre).

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