26.04.2011 Neue Studie

Stress hat keinen Einfluss auf Kinderwunschbehandlung

Dass sich Stress und Ängste negativ auf den Erfolg einer Fruchtbarkeitsbehandlung auswirken können, davon sind Forscher bisher ausgegangen. Eine neue Studie kommt nun zu einem überraschend anderen Ergebnis und macht Frauen Mut, die ihre Sorgen nicht so einfach abschütteln können.

Autor: Frauenärzte im Netz
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Frau Kinderwunsch Stress
Foto: © panthermedia.net/ Robert Kneschke

Frauen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung wahrnehmen, um schwanger zu werden, berichten im Zuge dessen oft über Anspannung, Sorgen und Nervosität. „Bislang ging man davon aus, dass dieser Stress einen ungünstigen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, nehmen könnte. Eine Metastudie kommt jedoch nun zu dem Ergebnis, dass emotionale Belastung im Vorfeld einer Kinderwunschbehandlung die Chancen auf eine Schwangerschaft offenbar nicht beeinträchtigt“, berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Er beruft sich dabei auf die Untersuchung um Jacky Boivin von der University of Cardiff, die im Fachmagazin „British Medical Journal (BMJ)“ veröffentlicht ist.

In die Studie gingen die Daten von 14 Untersuchungen aus 10 Ländern mit insgesamt 3583 unfruchtbaren Frauen ein, die sich einer Kinderwunschbehandlung bzw. In-vitro-Fertilisation (IVF) unterzogen. Mit Hilfe von Fragebögen wurde bei den Patientinnen das Ausmaß ihrer Ängste, Sorgen und depressiven Symptome vor den Behandlungen erfasst, um deren Einfluss auf das schwanger werden zu bestimmen. In einigen dieser Studien wurden die Frauen wenige Tage vor dem Behandlungstermin befragt, in anderen Studien einige Monate zuvor. „Für Paare kann die Tatsache, nicht auf natürlichem Wege schwanger werden zu können, eine große psychische Belastung darstellen“, ergänzt der niedergelassene Frauenarzt aus Hannover. „Hinzu kommen dann die Bedenken und Ängste, ob die Kinderwunschbehandlung den gewünschten Erfolg bringt und ob die Frauen alles richtig machen, um ihre Chancen auf ein Kind zu erhöhen.“

Die Metastudie zeigte nun, dass Sorgen, die im Vorfeld einer Fruchtbarkeitsbehandlung auftraten und egal welcher Natur sie waren, keinen signifikanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hatten. Die Wissenschaftler konnten dahingehende keine Unterschiede zwischen Frauen die schwanger wurden und jenen, bei denen keine Schwangerschaft eintrat, feststellen. „Diese Ergebnisse könnten Frauen dazu ermutigen, sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, um während Kinderwunschbehandlungen besonders entspannt zu sein. Offenbar hat die Psyche geringere Einflüsse auf die Vorgänge schwanger zu werden, als man zeitweise angenommen hat“, meint der Präsident des BVF. „In der Regel sind die Ursachen für Kinderlosigkeit rein körperlich bedingt.“ Grundsätzlich ist es natürlich trotzdem sinnvoll, während dieser Zeit gut für sich zu sorgen und Stress abzubauen, um das persönliche Wohlbefinden zu fördern. Denn negativer Stress beeinträchtigt nun mal die Lebensqualität von Menschen.“

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.frauenaerzte-im-netz.de

Die Publikation der Studie (auf englisch) gibt es unter: www.bmj.com

 

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