Tipps aus der urbia-Experten-Fragerunde

Baby und Kleinkind: Ein- und Durchschlafprobleme

Die Diplom-Psychologin und Elternberaterin in einer Schrei-Ambulanz, Frauke Ostmann, beantwortete Fragen der urbia-Mitglieder zum Thema Schlafen bei Babys und Kleinkindern. Hier können Sie eine Auswahl von Fragen und Antworten nachlesen.

von Andrea Lützenkirchen
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Gitterbett Kleinkind steht weint
Foto: © iStockphoto.com / wildcat78

urbia-Expertin gibt Antworten auf die Fragen der User

Im Herbst 2009 war die Diplom-Psychologin und Elternberaterin in einer Schrei-Ambulanz, Frauke Ostmann, zu Gast bei urbia. Im Rahmen unserer Experten-Fragerunde beantwortete sie Fragen der urbia-Mitglieder zum Thema Schlafen bei Babys und Kleinkindern. Im Folgenden veröffentlichen wir die häufigsten Fragen und Probleme unserer User und die Antworten unserer Expertin.

Kind wacht stündlich auf und will an die Brust

urbia-Mitglied: Mika ist jetzt 13,5 Monate. Abends haben wir unser festes Ritual: Baden, Zähne putzen, Gute-Nacht-Kuss, anziehen und dann trag ich ihn ein bisschen rum, um ihn zu beruhigen. Danach legen wir uns hin (ins Familienbett = Ehebett + Beistellbett, der Papa ist allerdings inzwischen ins Gästezimmer gezogen) und ich stille ihn noch einmal. Dann kuschelt er sich an mich (bzw. steckt seine Hand in den Ausschnitt um sich zu vergewissern, dass sie noch da sind ;o). Entweder schläft er dann ein, oder wenn er noch zu aufgedreht ist, sprich nur durchs Bett krabbelt, trage ich ihn noch einmal ein paar Runden durch das Schlafzimmer und versuche es erneut. Meist klappt das. Von da an wird er eigentlich stündlich wach. Aber erstaunlicherweise meist auf die Minute genau nach einer Stunde.

Frauke Ostmann: Im Moment ist Ihr Sohn gewohnt, auf zwei Arten einzuschlafen: Auf dem Arm an Mama gekuschelt oder an der Brust. Das tut ihm sicher gut und ist schön. Nur, wenn es Ihnen zu viel wird (was sehr gut verständlich ist), können Sie diesen beiden Einschlafformen eine dritte hinzufügen.

Sie könnten z.B. nachts nicht jedes Mal, wenn er wach wird, stillen, sondern ihn "nur so" im Arm halten oder streicheln, die Hand auf den Bauch legen. Dann würde er die Erfahrung machen: "So kann ich ja auch einschlafen, Mama ist da, alles ist gut." Sie könnten dann z.B. für sich einen Mindeststillabstand festlegen, so dass Sie nicht von 100 auf 0 runterfahren müssen. Er ist es ja auch so gewohnt. Also vielleicht erst nach zwei bis drei Stunden wieder stillen, in den anderen Aufwachphasen anders beruhigen. Das wäre erst mal ein Zwischenschritt, wach wird er ja trotzdem noch. Aber ein Schritt in Richtung weniger Hilfe, leichter wieder einschlafen wäre geschafft.

Um das zu üben, könnten Sie z.B. bei den Tagschläfchen beginnen, ihn nicht mehr rumzutragen, sondern sich gleich mit ihm hinzulegen / zu setzen. Das ist schon ein Schritt in Richtung weniger Hilfe. Und wenn er das dann nachts wieder angeboten kommt, fällt ihm das leichter.

Natürlich können Sie die Schritte auch größer oder kleiner gestalten. Wichtig ist in jedem Fall: Es sollte in Richtung "Wieder-Einschlafen mit weniger Hilfe" gehen. Nur so können Sie hoffen, dass er nachts länger am Stück schläft (eigentlich ja nicht am Stück schläft, sondern nach ca. 50 min bis 1 h aufwacht, sich umdreht und einfach weiter schläft). Die Alternative ist: Warten bis er von allein weniger häufig kommt / sich ganz abstillt. Das hängt von Ihren Nerven ab. Machen Sie sich doch einen Zeitplan: Wie lange wollen Sie es noch so laufen lassen, bis Sie doch einen Schritt in die oben genannte Richtung tun? Dann verschwindet das Gefühl: "Das wird nie anders, das bleibt jetzt immer so".

Also: Wenn Sie jetzt etwas ändern möchten, versuchen Sie seltener zu stillen - und das immer weiter zu reduzieren, bis es für Sie passt - und Ihren Sohn sonst mit Ihrer Anwesenheit, aber möglichst geringer Anstrengung (z.B. nachts nicht aufstehen und rumlaufen mit ihm, das ist ja noch anstrengender) zum Wiedereinschlafen zu bringen.

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