Sicherheit und Selbstbewusstsein

Kinder lernen Schwimmen

Sich im Wasser zu bewegen macht Kindern viel Freude und schwimmen zu können stärkt ihr Selbstvertrauen. Außerdem schafft es mehr Sicherheit. Ab wann ist schwimmen lernen möglich und wie macht es Spaß?

von Simone Kanter
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Kind Schwimmbad
Foto: © panthermedia.net/ Dieter Möbus

Schwimmschule oder Elternunterricht?

Eltern, die mit ihrem Kind ins Schwimmbad oder an den Strand fahren, sollten sich der Gefahren bewusst sein. Nach Verkehrsunfällen ist Ertrinken die zweit häufigste Todesursache bei Kindern.

Wer schwimmen kann, kann an erster Stelle sich selbst helfen, meint Ulrich Gehlen, Leiter und Lehrer an der Kölner Schwimmschule "Novelle". Schwimmen ist nicht nur einfach ein Können, das einen über Wasser hält. Wer schwimmt, vertraut auf seine eigenen Kräfte und auf die des Wassers. Denn Wasser trägt den Körper. Erst, wer diese Erfahrung gemacht hat, wird sich ohne Angst ins erfrischende Bad gleiten lassen.

Wer sein Kind vor dem Ertrinken bewahren möchte, lehrt es das Schwimmen oder meldet es in einer Schwimmschule an. Für einen Schwimmkurs spricht, "dass die Lehrer oder Trainingsleiter eine distanzierte Ausgangspostition den Kindern gegenüber haben", sagt Sportlehrer Gehlen. Das erleichtert die Lehrer-Schüler-Situation, denn die Kinder orientieren sich an dem unabhängigen Lehrer. Eltern, die eher wasserscheu sind, sind nicht in der Lage, ihrem Kind ein positives Wasserempfinden zu vermitteln bzw. dem Kind die Angst vor dem Wasser zu nehmen. Sind die Eltern selbst begeisterte Schwimmer, steht dem elterlichen Schwimmunterricht nichts im Weg.

Vorbereitung auf den Schwimmkurs

Der Besuch einer Schwimmschule kann aufgrund bestimmter Erziehungsmethoden für Konflikte sorgen. Zum Beispiel dann, wenn das Kind immer wieder gewarnt wurde, nicht mit Fremden oder auch niemals ins tiefe Wasser zu gehen. Plötzlich soll es diesem Fremden, dem Schwimmlehrer vertrauen und zu ihm ins tiefe Wasser steigen. Daher ist es notwendig, den Sprössling auf die neue Situation vorzubereiten, ihm zu zeigen, dass nicht alle Fremden böse sind, ihm erklären, dass im tiefen Wasser nichts Schlimmes geschehen muss.

In der Schwimmschule "Novelle" werden nicht mehr als fünf Kinder in eine Gruppe aufgenommen, wobei es nicht auf Alter und Geschlecht ankommt. In so kleinen Gruppen ist es dem Schwimmlehrer möglich, auf das Lerntempo eines jeden Kindes einzugehen. "Eltern, die Ihre Kinder zu einem Schwimmkurs anmelden, erwarten nicht die Ausbildung zu einem Leistungsschwimmer", betont Ulrich Gehlen. Das Ziel eines jeden Schwimmkurses sollte es sein, den Kindern die Angst vor dem Wasser zu nehmen und den Eltern die Sicherheit zu geben, dass ihr Kind nicht mehr hilflos im Wasser untergeht.

Übrigens:

Einen Überblick über Schwimmschulen bundesweit gibt es beim Bundesverband Aqua-Pädagogik

Kompaktschwimmkurse für die Sommerferien gibt es zum Beispiel
im Raum Frankfurt
im Raum Karlsruhe
Schwimmkurse im Raum München