Saugen zur Beruhigung

Der Schnuller: Babys liebstes Stück

Der Schnuller ist eigentlich ein großer Segen - für Babys und für uns Eltern. Denn Babys haben ein großes Saugbedürfnis, für das Mamas Brust nicht immer zur Verfügung steht. Dauerschnullern ist jedoch nicht zu empfehlen.

von Natacha de Mourzitch
Zwei Babys Schnuller panther Uwe Norkus
Foto: © panthermedia.net / Uwe Norkus

Saugen - ein ureigenes Bedürfnis

Saugen ist nicht nur die einzige Möglichkeit für Säuglinge, Nahrung aufzunehmen, es ist für sie auch ein wahrer Genuss. Wenn das Fläschchen leer oder die Ration Muttermilch erschöpft ist, verlangen etliche Säuglinge nach mehr. Groß ist die Versuchung der Eltern dann, ihnen angesichts der vielen Tränen und Schreie einen Schnuller in den Mund zu stopfen.

Dennoch: Der Schnuller ist keine Antwort auf jeden Kummer. Ihn nicht zu missbrauchen, ist die Kunst.

"Lulli", "Nucki" oder "Nuckel" - ein Schnuller hat ebenso viele Spitznamen wie Freunde. Der Gebrauch von Geburt an wird nur empfohlen, wenn es sich bei den Neugeborenen um Frühchen oder Babys im Brutkasten handelt, die ihr Saugbedürfnis nicht allein durch die Nahrungsaufnahme decken können. Die neun Monate alte Lucie hat seit ihrer Entbindung einen solchen "Propeller" im Mund. Für Helene, ihre Mutter, "hat sich der Schnullergebrauch einfach so eingeschlichen, weil sie untröstlich nach den Fläschchen war. Ich gebe ihr den Nuckel immer, wenn sie müde oder sehr wütend ist."

Schnuller ist kein permanenter Ruhigsteller

Kinderärztin Geneviève Pignon erklärt hierzu: "Ein Beruhigungssauger schränkt das Baby in seinem Gemurmel, seinem Lächeln und später in seiner Sprachentwicklung ein. Er bremst damit die Beziehungen des kleinen Kindes zu seiner Umgebung."

Der Schnuller darf nicht buchstäblich als "Notstopfen" dienen, nach dem Motto: "Nimm Deinen Lolli und schweig!" Denn ein Kind sollte nicht daran gehindert werden, seinen Schmerz auszudrücken, meint Francoise Dolto, eine bekannte französische Psychiaterin und Psychologin. Der Nuckel darf nicht permanent zur Verfügung stehen. Man muss wissen, wie man ihn nur für bestimmte Momente einsetzt.