Natürliche Mittel

Zahnen: Sanfte Hilfe bei Beschwerden

Unruhe, rote Backen, viel Quengeln: Der Auftritt der ersten Milchzähne macht den Kleinsten manchmal ganz schön zu schaffen. Eltern wollen helfen, aber nicht immer gleich zu Schmerzmitteln greifen. Was jetzt auf sanfte Weise gegen die Beschwerden hilft.

Autor: Gabriele Möller
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Zähne kommen oft mit Nebenwirkungen

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Foto: © Fotolia / athomass

Dass die ersten Zähne kommen wollen, verrät ein Baby oft durch sein Verhalten: Es greift sich viel in den Mund, hat starken Speichelfluss und kaut gern auf Gegenständen herum. Es hat vielleicht auch leichtes Fieber, schläft plötzlich schlechter, ist weinerlich, hat rote Wangen oder dünnen Stuhl. Oft ist das Zahnfleisch gerötet oder geschwollen, und manchmal sieht man sogar schon das Weiß der Zähnchen durchschimmern. Eltern können ihrem Kind dabei helfen, dass die Premiere der Milchzähne leichter gelingt!

Kühles am Kiefer ist jetzt angenehm

Wenn die Zähne zunehmend von innen gegen das Zahlfleisch drücken, ist dieses davon oft gereizt, es juckt oder tut weh. Das Kind hat jetzt das Bedürfnis, auf Dingen herumzukauen, denn das lindert das unangenehme Gefühl. "Gut sind dabei Sachen, die man täglich austauschen kann, wie zum Beispiel eine Möhre. Sie muss natürlich so geschnitten sein, dass das Kind nichts davon verschlucken kann. Man wählt also ein recht dickes Stück, dass das Kind dann auch gut greifen kann. Man kann sie zuvor im Kühlschrank kühlen", rät Kinderkrankenschwester Anke Much aus Wildberg. Mohrrüben eignen sich aber nur, solange noch keine Zahnecken herausschauen, das Kind also kein Stück aus der Möhre herausbeißen kann, betont die Fachfrau im urbia-Gespräch.

Auch kalten Naturjoghurt oder kühlen Obstbrei (püriert oder aus dem Glas) finden manche Babys jetzt angenehm, weil Kühles die Reizung des Zahnfleisches beruhigt.

Pflanzliche Zahnungshilfen

Schon unsere Großmütter wussten, dass man Kamille für fast alle Entzündungen verwenden kann. Und auch beim Zahnen kann sie ihre reizlindernde Wirkung gut entfalten, wenn man einen (ausgekochten) Waschlappen in Kamillensud tunkt und ihn dem Baby zum Mümmeln gibt. Dazu gießt man einfach Kamillenblüten aus der Apotheke mit kochendem Wasser auf und lässt sie einige Minuten ziehen. Die Blüten entfernen und den Sud zugedeckt im Kühlschrank abkühlen lassen. Danach den Waschlappen eintauchen, auswringen und dem Kind zum Kauen anbieten. 

Veilchenwurzel: Hygiene beachten!

Traditionell gilt auch die Veilchenwurzel als wichtige Zahnungshilfe. Eigentlich ist die hellbraune Wurzel übrigens gar nicht vom Veilchen, sondern von der Schwertlilie. Sie enthält ätherische Öle, die kühlen und schmerzlindernd wirken. Außerdem sogenannte Schleimstoffe, die das gereizte Zahnfleisch überziehen und beruhigen. "Die Veilchenwurzel ist unter hygienischen Gesichtspunkten aber nicht optimal", warnt Much. "Das Immunsystem von Kindern ist zum Zeitpunkt des Zahnens, also mit etwa einem halben Jahr, noch nicht ganz ausgebaut. Zugleich wird der Nestschutz, den jede Mutter ihrem Baby mitgibt, jetzt allmählich schwächer." Deshalb seien Zahnungshilfen besser, die keine so porige Oberfläche haben und nicht so leicht von Keimen besiedelt werden können. 

Wer die Veilchenwurzel dennoch gern verwenden möchte, sollte sie täglich kurz in kochendes Wasser halten und häufig austauschen. Das Bändchen, an dem sie befestigt ist, darf außerdem nicht um den Hals des Babys gelegt werden. Die Wurzel sollte sicher an einer kurzen Schnullerkette befestigt sein, die an der Kleidung befestigt werden kann (fertig im Handel erhältlich).

Zahnen: Homöopathische Mittel und Schüsslersalze

Wenn die ersten Zähnchen Beschwerden machen, empfehlen Kinderärzte oft Osanit Kügelchen. Das ist ein homöopathisches Komplexmittel, enthält also mehrere Substanzen, die beim Zahnen helfen sollen. Manche Kinder sprechen auch gut auf Viburcol Zäpfchen an, ebenfalls ein homöopathisches Komplexmittel, das ein Mal am Tag gegeben wird. Es soll bei den Unruhezuständen und Infekten helfen, die gern parallel zum Zahnen auftreten.

Nicht jedes homöopathische Mittel passt aber zu jedem Kind. Dann können Eltern es auch mit Schüssler-Salzen probieren. "Hier lindert oft Ferrum Phosphoricum D12, ein Erste Hilfe-Mittel bei Entzündungen", erklärt Anke Much, die auch Heilpraktikerin ist. Ferrum Phosphoricum soll außerdem auch bei Zahnungs-Begleiterscheinungen wie Fieber, Schlafproblemen oder Durchfall helfen. Man gibt dem Kind drei- bis sechsmal täglich eine halbe Tablette, die in abgekochtem Wasser aufgelöst ist.

Zahnärzte empfehlen manchmal auch homöopathische Einzelmittel wie Chamomilla vulgaris D6 (bei Bauchweh, Durchfall, Krämpfen, Gereiztheit), oder auch Pulsatilla D 6 (bei großer Anhänglichkeit). Man gibt dem Baby jeweils zwei bis drei Kügelchen in die Backentasche oder als Tropfen in Wasser gelöst. Anfangs sehr oft (bis zu viertelstündlich), bei Besserung seltener werdend (etwa alle vier Stunden bis dreimal täglich). 


Kaubedürfnis bei Zahnen: Massage fürs Zahnfleisch

Ein Klassiker, der dem Kaubedürfnis des Kindes beim Zahnen gerecht wird, ist der Beißring. "Ein gekühlter Beißring kann gut lindern, denn Babys mögen jetzt gern etwas Massage und Druck aufs Zahnfleisch, weil dies das unangenehme Kitzeln lindert", erklärt Kinderkrankenschwester Anke Much. Ein Beißring sollte im oberen (weil nicht so kalten) Bereich des Kühlschranks gekühlt werden. Er darf jedoch niemals ins Eisfach oder den Gefrierschrank gelegt werden. Er klebt sonst an Babys Zahnfleisch fest und es drohen Erfrierungen mit Gewebeschäden. 

Bei Beißringen sollten Eltern darauf achten, dass sie keine Schadstoffe enthalten, die beim Kauen oder durch den Speichel gelöst werden können. Welche Beißringe bei Ökotest als unbedenklich abgeschnitten haben, erfahren Eltern hier.

Bernstein als Zahnungshilfe - auch Glaubenssache

Bernsteinketten gelten von alters her als wichtige Hilfe beim Zahnen. Zwar konnte bisher noch nie wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass der Bernstein wirklich hilft. Doch das Gegenteil wurde ebenfalls nie bewiesen, und viele Eltern schwören bis heute auf die gute "Strahlung" dieses Ur-Harzes. Weil Halsketten ein Restrisiko haben, dass sich das Baby damit stranguliert, sollten Eltern lieber einen großen, unverschluckbaren Naturbernstein in Kopfhöhe neben das Babybett legen. Oder dem Kind anstelle einer Halskette ein kleines Bernsteinarmband umlegen. Hier müssen alle Steine einzeln fest verknüpft und der Verschluss robust und kindersicher sein.

Zahnungsgels - und ganz viel Kuscheln

Populär als Zahnungshilfe sind auch Gels zum Auftragen aufs Zahnfleisch. Viele Kinderzahnheilkundler lehnen jedoch diejenigen Gels ab, die Oberflächen-Betäubungsmittel wie Lidocain, Benzocain oder Polidocanol enthalten, weil diese Allergien auslösen können. Oft beinhalten solche medikamentösen Gels auch Alkohol (der sich in der Packungsbeilage oft hinter dem Wortteil "-tinktur" versteckt) und weitere Substanzen, die manche Fachleute bedenklich finden. 

Es gibt jedoch inzwischen im Handel Gels, die nur natürliche Substanzen wie Gewürznelke oder Kamillenblüte, einen Orangenschalen-Wirkstoff und Milchsäure enthalten (z. B. Multi-Mam BabyDent). 

Der erste Zahn - ein Grund zum Feiern!

Doch eine Sache lindert Zahnungsbeschwerden beim Baby besser als alles Andere: Liebe und Körperkontakt! "Ein Kind, dem es nicht gut geht, wünscht sich vor allem Trost und Zuwendung, das hilft oft besser als Medikamente!", betont Anke Much. Und noch etwas braucht das Baby jetzt: Gute "vibes" von den Eltern, also eine positive Haltung von Mama und Papa zum Zahnen. "Eltern sollten sich jetzt nicht zu sehr sorgen. Denn eigentlich sind die ersten Zähne ein Grund zum Feiern! Das Kind macht einen großen Entwicklungsschritt, es kann bald auch Anderes essen als nur Milch. Die neuen Zähnchen zeigen, dass das Kind wächst und gedeiht, das ist wunderbar!", so die Kinderkrankenschwester. Und wenn die Eltern positiv gestimmt seien, könne sich das auch aufs Befinden des Kindes auswirken.

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