Gefahr fürs Baby?
Infektionen in der Schwangerschaft
Krankheiten, die eine werdende Mutter kaum bedrohen, können in seltenen Fällen für das Baby im Bauch gefährlich werden. Hier finden Schwangere, was sie über Infektionen wissen müssen.
Was sind Infektionen?
Wenn Erreger Entzündungen auslösen
Von Infektionen sprechen wir, wenn Krankheitserreger – zum Beispiel Viren und Bakterien – in unseren Körper eindringen, sich vermehren und Entzündungen hervorrufen. Die häufigste Infektion, mit der wir zu tun haben, ist die einfache Erkältung.
Das Immunsystem eines Erwachsenen ist unter normalen Umständen in der Lage, mit den Erregern ohne Komplikationen oder bleibende Schäden fertig zu werden. Gegen zahlreiche Erreger schwerer Infektionen existieren außerdem Impfungen bzw. sind Behandlungen mit Antibiotika möglich.
Inkubationszeit
Sind beispielsweise Viren in den Körper gelangt, kommt es mit einer gewissen Verzögerung zu einer Erkrankung. Die Zeit zwischen dem Eindringen des Erregers und dem Auftreten erster Krankheitszeichen bezeichnet man als Inkubationszeit. Sie ist je nach Infektionsart unterschiedlich lang.
Infektionen in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft können Infektionen, die für die Mutter keine Bedrohung darstellen, dem Fötus und direkt nach der Geburt dem Neugeborenen gefährlich werden. Erreger können
- erstens in der Schwangerschaft die Plazentaschranke überwinden und in den Organismus des Fötusses eindringen. Dies kann zum Beispiel während der Organentwicklung des Embryos zu starken Schädigungen führen.
- zweitens im Genitalbereich der Mutter aufsteigen und die Fruchtblase schädigen und daher zu Fehl- oder Frühgeburten führen.
- drittens auf das Baby durch direkten Kontakt beim Austritt aus dem Geburtskanal übertragen werden.
Wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung?
Für Schwangere besteht allerdings im Normalfall kein allzu großer Grund zur Sorge: Gegen die meisten Infektionskrankheiten besitzen sie bereits Antikörper. Und ist dies nicht der Fall, besteht dennoch nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, sich während der Schwangerschaft anzustecken. Falls dies doch geschieht, bedeutet dies nicht automatisch eine Infektion des Fötusses!
Wegen der möglichen Gefahren für die Schwangerschaft gehören zudem einige Blutuntersuchungen auf bestimmte Antikörper und Abstriche zu den Pflichtuntersuchungen im Mutterpass.
Nestschutz
Grundsätzlich sind Neugeborene in den ersten drei Lebensmonaten gegen vielerlei Infektionskrankheiten, die die Mutter bereits durchgemacht hat, geschützt, weil sie über die Plazenta von der Mutter mit Antikörpern versorgt wurden. Diese wunderbare Einrichtung der Natur nennt man „Nestschutz“.




