Schwangerschaft

Mit Yoga durch die Wehen

Rund 2500 Jahre alt ist der indische Weg des Yoga, der zu Harmonie von Körper, Seele und Geist verhelfen soll. Auch ein Mittel, um mit den Wehen klar zu kommen?

von Gabriele Möller
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yoga schwanger couch pitopia
Foto: © Pitopia / foto.fritz, 2006

Auf indischen Pfaden unterwegs zur Harmonie

Rund 2500 Jahre ist er alt, der indische Weg des Yoga, der die Übenden zur Harmonie von Körper, Seele und Geist geleiten soll. Eigentlich ist es jedoch ein Weg mit verschiedenen Abzweigungen, es gibt nämlich unterschiedliche Yoga-Schulen. Hatha Yoga entwickelt den physischen Körper, Kundalini Yoga den Energiekörper, Bhakti Yoga den Gefühlskörper, Raja Yoga die Psyche, Jnana Yoga Intellekt und Intuition, Karma Yoga hilft, alles ins tägliche Leben zu integrieren. Die meisten Yoga-Lehrer empfehlen aber den ganzheitlichen Yoga, eine Kombination dieser verschiedenen Richtungen. Und was seit Jahrtausenden ganz allgemein die Lebensenergie zum Fließen bringt, ist natürlich auch in der Schwangerschaft und bei der Geburt hilfreich. Viele Geburtshäuser und Yoga-Schulen bieten daher Kurse für Schwangere an. Anja H. (31) hat ausprobiert, ob’s funktioniert. Ein Erfahrungsbericht.

Tief durchatmen. Dann schaukelt man das Baby schon. Meines soll vorerst nicht schaukeln, sondern wachsen und aus dem Bauch raus. Und das so schmerzlos wie möglich. Meine Schwester hat das schon hinter sich und schwört auf Yoga für Schwangere - die beste Vorbereitung auf die Geburt. Denn wer die Atmung im Griff hat, kommt mit der Geburt schon irgendwie zurecht. Klingt, als könnte man sich zumindest ein wenig ablenken von diesen "unglaublichen" Schmerzen, die mir leider noch keine der mir bekannten Mütter erfolgreich schöngeredet hat. Also melde ich mich sofort an.

Wohliges Schütteln bringt Energie zum Fließen

Meine Vorstellungen von Yoga sind eher vage. Hat wohl was zu tun mit Meditation, aber auch körperliche Verrenkungen kommen mir in den Sinn. Schwer vereinbar mit den dicken Bäuchen, die sich beim ersten Treffen auf den mitgebrachten Decken versammeln. Ich kann nicht mithalten, bin noch unter den ernst zu nehmenden Umfangmaßen. Unglaublich, dass mein Bauch auch mal so prall aussehen soll. Wir teilen uns Vornamen und Tragzeit mit, dann geht’s los. Erstmal aufstehen und alles schütteln, was so an uns dran ist. Am besten, nicht hingucken, wie das bei den anderen wackelt und schlackert. "Unterkiefer mal loslassen!", rät unsere Yoga-Lehrerin, und ich merke, der hängt sonst an mir dran wie festgeschraubt. Das Schütteln hört gar nicht mehr auf, dazu hat Hedda rhythmische Musik aufgelegt, und irgendwann ist es einem ganz egal, wie lustig das aussieht. Überall kribbelt’s. Das ist gewollt, denn jetzt, erklärt uns Hedda, fließt die Energie.