Übelkeit, Müdigkeit, Sodbrennen

Schwangerschafts-Beschwerden

Sodbrennen, Müdigkeit, heiße Füße - keine Schwangerschaft ohne kleine und größere Beschwerden. Doch bei vielen der kleinen Zipperlein kann man - auch mit Hausmitteln - Abhilfe schaffen. Wir haben eine Menge Tipps zur Linderung für Sie.

von Andrea Lützenkirchen
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Frau sitzt auf Bett unwohl
Foto: © iStockphoto.com/ markp73

Meist harmlos, aber unangenehm

Sodbrennen, Müdigkeit, heiße Füße - keine Schwangerschaft verläuft ohne das eine oder andere Wehwehchen. Doch keine Sorge: Nach der Geburt verschwinden diese Unannehmlichkeiten meist spurlos. Damit Sie aber darauf nicht erst warten müssen, halten wir eine Menge Tipps für Sie parat, die Linderung versprechen. Öffnen Sie die Menüleiste und klicken Sie auf das Problem, das Sie gerade beschäftigt.

Auch Ihre Ernährung während der Schwangerschaft hat einen großen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden. Lesen Sie hier viele Tipps unserer Ernährungsberaterin Marianne Rudischer.



Niedriger Blutdruck

In der Schwangerschaft nimmt der Blutdruck bei den meisten Frauen etwas ab. Vor allem sehr schlanke Frauen haben dann Mühe, morgens in Gang zu kommen. Bei niedrigem Blutdruck helfen vor allem viel Bewegung und Sport. Empfehlenswert sind auch Wechselbäder oder zumindest ein kalter Guss über den ganzen Körper nach der warmen Dusche.

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Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Krampfadern im After. Der Kopf des Babys drückt auf die großen Venen im Becken. Unter diesem Druck schwellen die Blutgefäße an und der Rückfluss des Blutes zum Herzen ist reduziert. Harter Stuhl durch Verstopfung verschlimmert das Problem. Hämorrhoiden können schmerzhaft sein, sie verschwinden aber meist ohne Behandlung nach der Geburt.

Das können Sie tun:

  • Vermeiden Sie Verstopfung.
  • Der Arzt verschreibt Ihnen schmerzlindernde Salben.
  • Bei Schmerzen können Sie sich zehn Minuten auf eine Eispackung oder tiefgefrorene Erbsen setzen, die Sie in ein Tuch wickeln.
  • Hilfreich sind auch Umschläge mit Ringelblumensalbe.
  • Übungen für die Beckenbodenmuskulatur beugen Hämorrhoiden vor.

 

Heiße Füße

Gerade im Sommer wacht manche Schwangere in der Nacht mit brennenden, heißen Füßen auf. Sie können sich einen Eimer mit kaltem Wasser neben das Bett stellen und bei Bedarf die Füße eintauchen. Wenn Sie danach noch ein paar Schritte umherlaufen, sind Ihre Füße meist so weit abgekühlt, dass Sie wieder einschlafen können.

Hitzewellen

In der Schwangerschaft zirkuliert mehr Blut durch den Körper. Vielen Frauen ist es jetzt oft sehr heiß und sie schwitzen stärker. Dadurch, dass der Stoffwechsel auf Hochtouren arbeitet, wird mehr Wärme erzeugt. Vor allem die Blutgefäße der Haut erweitern sich. So treten gerade im Sommer Hitzewallungen auf. Sie können nichts weiter tun, als dünne, lockere Kleidung zu tragen und sich öfter mit Duschen und kalten Wassergüssen über die Unterarme abzukühlen. Achten Sie außerdem darauf, viel zu trinken.

Starker Juckreiz

Wenn der Bauch größer wird und die Haut sich dehnt, kann es zu starkem Juckreiz kommen. Auch trockene Haut kann anfangen, unangenehm zu jucken. Häufigeres Cremen und Einölen schafft hier meist Abhilfe. Verwenden Sie keine Seife, die die Haut austrocknet. Und es geht ruhig auch mal ohne Seife oder Duchgel.

Krampfadern

Zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden gehören Krampfadern. Wenn Sie im späteren Alter schwanger werden, Übergewicht haben oder Krampfadern in Ihrer Familie liegen, ist die Wahrscheinlichkeit größer. Treffen sie dann Vorsorge.

Das können Sie tun:

  • Lagern Sie Ihre Beine so oft wie möglich hoch. Stellen Sie sich einen Fußschemel unter den Schreibtisch.
  • Schlafen Sie auch mit erhöhten Beinen.
  • Vermeiden Sie langes Stehen.
  • Tragen Sie Stützstrumpfhosen.
  • Machen Sie Fußgymnastik.
  • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung.

Kurzatmigkeit

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto mehr drückt das Baby gegen das Zwerchfell. Da kann es sein, dass Sie beim Treppensteigen schon nach ein paar Stufen völlig außer Atem sind. Manche Frauen geraten schon bei lebhaftem Erzählen aus der Puste. Machen Sie alles ein wenig langsamer und setzen oder legen Sie sich hin, wenn Sie Luft brauchen.

Ruhige Musik tun Ihnen und Ihrem Baby jetzt gut. Lesen Sie interessante Forschungsergebnisse zum Thema "Musik in der Schwangerschaft".

Müdigkeit

Dass Sie sich gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel sehr müde fühlen, ist ganz normal. Noch für niemanden sichtbar, erbringt Ihr Körper Höchstleistungen, indem er sich auf die Schwangerschaft einstellt. Ihr Herz pumpt mehr Blut schneller durch den Körper und Sie atmen öfter. Ab dem vierten Monat fühlen sich die meisten Frauen dann wieder antriebsstärker und vitaler. In den letzten drei Monaten, wenn Sie schon eine beträchtliche Last zu tragen haben, ermüden Sie dann wieder schneller.Kämpfen Sie nicht gegen die Erschöpfung an, sondern versuchen Sie sich auch tagsüber etwas auszuruhen, wann immer es geht. Gehen Sie abends früher schlafen - vielleicht nach einem entspannenden Bad.

Sicherlich bekommen Sie zur Zeit viele gut gemeinte Ratschläge von allen Seiten. Doch vieles lässt sich unter Legenden der Schwangerschaft einordnen. Lesen Sie mehr bei urbia.

Rückenschmerzen

Fast alle Schwangeren kennen Rückenschmerzen. Wodurch werden sie verursacht? Die Schwangerschaftshormone entspannen die Bänder und Gelenke. Die elastischer werdenden Bänder dehnen sich, um den Geburtsvorgang zu erleichtern. Außerdem kann das Gewicht des Kindes die Bauchmuskulatur schwächen und Druck auf den Lendenwirbelbereich ausüben. Viele Schwangere neigen auch dazu, sich nach hinten zu legen, was den unteren Rücken belastet. Oder sie gehen ins Hohlkreuz und strecken den Bauch nach vorn, um das Gewicht des Kindes auszugleichen.

Das können Sie tun:

  • Achten Sie auf eine gerade und aufrechte Haltung. Versuchen Sie Ihren Rücken möglichst lang zu strecken.
  • Auch wenn Sie etwas heben müssen: Halten Sie Ihren Rücken so gerade wie möglich. Gehen Sie dabei in die Knie und spannen Sie die Pomuskeln an.
  • Kontrollieren Sie Ihre Haltung ruhig auch einmal vor dem Spiegel.
  • Gerade bei Rückenschmerzen ist ein Yogakurs für Schwangere optimal. Sie trainieren Kraft und Dehnung und erhalten Hilfe zur Einübung der richtigen Körperhaltung. Außerdem macht Yoga viel Spaß und entspannt!
  • Einige Hebammen bieten auch eine Akupunktur-Behandlung gegen Rückenschmerzen an. Adressen von Hebammen, die akupunktieren, finden Sie zum Beispiel unter www.hebammen.de.

Schlaflosigkeit

Im letzten Drittel der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Schlafstörungen. Vielleicht ist Ihr Baby besonders nachtaktiv. Weitere Gründe für Ein- und Durchschlafschwierigkeiten sind zu viel Stress , Rückenschmerzen, Sodbrennen, Wadenkrämpfe oder Harndrang. Anderntags fühlen Sie sich dann müde und erschöpft. Auch wird es schwieriger, mit einem dicken Bauch eine angenehme Schlafposition zu finden.

Das können Sie tun:

  • Nutzen Sie nächtliche Wachphasen zum Entspannen und bewußten Atmen.
  • Wenn der Bauch schon groß ist, machen Sie es sich auf der Seite liegend bequem. Legen Sie sich zwei Kissen unter das obere Bein und evtl. noch eins unter den Bauch. Auch Stillrollen können nützlich sein.
  • Probieren Sie es mit entspannenden Bädern (Melisse- oder Baldrianöl) vor dem Zu-Bett-gehen oder mit Schlaftees. Schlafmittel sind jetzt tabu!
  • Erlernen Sie eine Entspannungstechnik wie z. B. Autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation. Diese helfen Ihnen auch zur Ruhe zu kommen, wenn das Baby da ist und für kurze, unruhige Nächte sorgt.
  • Bitten Sie Ihren Partner oder eine Freundin, Sie regelmäßig zu massieren.

Sodbrennen

Auch häufigeres Sodbrennen während der Schwangerschaft hat seine Ursache vermutlich in den hormonellen Veränderungen. Hierdurch lockert sich das Ventil am Mageneingang, so dass kleine Mengen Säure in die Speiseröhre gelangen. Die Folge ist ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein.

Das können Sie tun:

  • Essen Sie lieber öfter und dafür weniger. Vermeiden Sie stark gewürzte und fritierte Nahrungsmittel.
  • Trinken Sie nicht zuviel Kaffee.
  • Ein Glas warme Milch vor dem Schlafengehen kann helfen, bewirkt manchmal aber auch das Gegenteil des Erwünschten.
  • Haselnüsse oder trockene Haferflocken gut zerkauen und langsam herunterschlucken.
  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung mit Bierhefe.
  • Hilft das alles nicht, dann können Sie sich ein Medikament gegen Magenübersäuerung verschreiben lassen.

Tipps zum gesunden Essen in der Schwangerschaft jenseits von trockenen Haferflocken finden Sie hier. Und in unserem Artikel Die Gelüste schwangerer Frauen erzählt eine Frau von ihrer unsäglichen Lust auf Silberzwiebelchen.

Stimmungsschwankungen

Eine Schwangerschaft verstärkt die Gefühle: Hochs und Tiefs am gleichen Tag sind jetzt an der Tagesordnung. Sie fühlen sich in Hochstimmung und voller Freude auf ihr Baby. Im nächsten Moment plagen Sie Ängste und Unsicherheit. Das ist kein Wunder, schließlich verändert ein Baby Ihr ganzes bisheriges Leben. Haben Sie Geduld mit sich, es braucht einige Zeit, bis Sie sich auf die neue Situation eingestellt haben. Tauschen Sie sich mit anderen Schwangeren und Freundinnen über Ihre Gefühle aus und lassen Sie auch Ihren Partner daran teilhaben.

Ein Geburtsvorbereitungskurs bereitet Sie und Ihren Partner nicht nur gut auf die Geburt vor, sondern gibt Ihnen auch Gelegenheit, andere schwangere Paare kennen zu lernen.

Übelkeit

In den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft werden viele Frauen von Übelkeit und Erbrechen geplagt. Oft ist es das erste Anzeichen einer Schwangerschaft. Normalerweise verschwindet dieses Symptom nach drei Monaten. Die Übelkeit gilt übrigens als positives Zeichen dafür, dass Ihre Schwangerschaft stabil ist. Wenn Sie aber unter starkem, andauerndem Erbrechen leiden, sollten Sie zum Arzt gehen.

Das können Sie tun:

  • Bleiben Sie nach dem Aufwachen noch ein Weilchen liegen und lassen Sie sich eine Scheibe Brot, Knäckebrot oder Zwieback und eine Tasse Tee ans Bett bringen.
  • Hält die Übelkeit tagsüber an, essen und trinken Sie häufiger kleine Mengen, so dass Ihr Magen nie ganz leer ist.
  • Trinken Sie Ingwer-, Kamillen-, oder Pfefferminztee in kleinen Schlucken.
  • Schlafen Sie viel.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft.

Lesen Sie dazu auch den urbia-Schwangerschaftskalender.

Verstopfung

Das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannt die Muskeln der Eingeweide und verlangsamt so die Darmbewegung. Deshalb leiden viele Schwangere an Verstopfung. Eisenpräparate verstärken diese Wirkung.

Das können Sie tun:

  • Trinken Sie viel und und essen Sie ballaststoffreiche Nahrung, wie z. B. Müsli.
  • Nehmen Sie keine Abführmittel, sondern greifen Sie zu natürlichen Hilfsmitteln wie Leinsamen und Trockenpflaumen.
  • Bewegen Sie sich viel, treiben Sie Gymnastik.
  • Nehmen Sie Eisenpräparate nach den Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit ein.

Wadenkrämpfe

Nachts von schmerzenden Waden geweckt zu werden, ist sehr unangenehm. Ziehen Sie schnell Ihren Fuß zu sich heran und strecken Sie ihn dann. Laufen Sie ein bißchen umher. Auch eine Beinmassage kann helfen.

Das können Sie tun:

  • Bewegen Sie sich viel (Spazierengehen, Schwimmen, Fahrradfahren oder Tanzen).
  • Gut sind auch Wechselduschen und Beinmassagen.
  • Lassen Sie sich evtl. ein Kalzium-, oder Magnesiumpräparat verschreiben.

Wasseransammlungen (Ödeme)

Geschwollene Hände, Beine und Füße sind unangenehm, aber meist harmlos. Der Körper sammelt in der Schwangerschaft Wasser an, das ihm als Flüssigkeitsreservoir dient - auch im Hinblick auf die Stillzeit.

Das können Sie tun:

  • Ruhen Sie sich mit hochgelegten Füßen aus.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen mit eiweißreicher, kalorienreicher und keineswegs salzarmer Kost
  • Trinken Sie ausreichend und meiden Sie Mittel zur Entwässerung.

Zahnfleischbluten

Durch die Schwangerschaftshormone wird das Zahnfleisch weicher und neigt zu Infektionen. Das Gewebe ist empfindlicher und blutet schnell beim Zähneputzen. Jetzt ist eine sorgfältige Zahnpflege sehr wichtig, damit der alte Schreckspruch "Jedes Kind ein Zahn" sich nicht bewahrheitet.

Das können Sie tun:

  • Zwei Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt während der Schwangerschaft machen Sinn. Sagen Sie Ihrem Arzt, dass Sie schwanger sind, denn Röntgenaufnahmen und Betäubungen sind jetzt nicht angesagt.
  • Bürsten Sie Ihre Zähne sanft und mit einer weichen Bürste.
  • Verwenden Sie Zahnseide für die Zahnzwischenräume.
  • Wenn eine Behandlung unumgänglich ist: Immer mehr Zahnärzte bieten Hypnose zur Schmerzvermeidung an.