Foto: © <a href=http://www.doktor-meier.de>Dr. Hubert Meier</a>

In der 16. Schwangerschaftswoche nähern sich die Proportionen des Babys immer mehr den Größenverhältnissen bei seiner Geburt. Während das Kind im zweiten Trimester weiter wächst und seine Muskeln und Reflexe ausprobiert, rundet sich dein Bauch immer stärker. Umstandsmode muss her. Ob neu oder gebraucht ist Geschmackssache. In dieser Schwangerschaftswoche solltet ihr euch langsam um einen Geburtsvorbereitungskurs kümmern. Neben den wertvollen Infos rund um die Schwangerschaft sind die Treffen auch für den Papa eine gute Gelegenheit andere werdende Eltern zu treffen und sich auszutauschen. Auf die ersten Kindsbewegungen müssen die meisten Schwangeren jetzt noch ein paar Wochen warten. Zweitgebärende sind da klar im Vorteil. Sie wissen einfach schon, wie schön sich dieses leise Flattern anfühlt.

Die wichtigsten Daten zur 16. Schwangerschaftswoche

Foto: © <a href=http://www.doktor-meier.de>Dr. Hubert Meier</a>

Größe: Dein Baby ist in der 16. SSW etwa so groß wie eine Birne (11 cm Scheitel-Steiß-Länge).
Gewicht: Der Fötus wiegt in der 16. Schwangerschaftswoche zwischen 90 und 100 Gramm. Noch 24 Wochen bis zur Geburt!

11 Zentimeter groß ist dein Kleines in dieser Schwangerschaftswoche. Das entspricht in etwa der Länge einer mittelgroßen Birne. Und auch an Gewicht hat der Fötus in der vergangenen SSW zugelegt. Mit rund 100 g wiegt er am Ende des 4. Monats, so viel wie eine Tafel Schokolade. Größe und Gewichtszunahme hält dein Arzt bei jeder Untersuchung in deinem Mutterpass fest. Vergiss nicht, ihn immer dabeizuhaben. Falls etwas passiert, kann so jeder Arzt schnell den Verlauf deiner Schwangerschaft nachvollziehen.

Die Entwicklung deines Babys/Embryos in der 16. Schwangerschaftswoche

In der 16. Schwangerschaftswoche streckt sich der gesamte Körper deines Babys immer stärker und die Knochen werden härter. Die ersten Vorbereitungen für den aufrechten Gang. Die Nackenmuskeln sind jetzt so kräftig, dass der Fötus seinen Kopf heben und zur Seite drehen kann. Die Proportionen des kleinen Menschen nähern sich weiter dem Verhältnis von Kopf, Rumpf, Armen und Beinen bei seiner Geburt. Besonders die Beine sind in den letzten Wochen länger geworden. Während Organe und Extremitäten wachsen und reifen, ist das Kleine fast ständig in Bewegung. Das sich entwickelnde Nervensystem gibt Signale an die Muskeln und lässt die Beine strampeln und die Arme rudern. Selbst die Finger kann es schon unabhängig voneinander bewegen. Noch geschehen diese Turnübungen allerdings unkontrolliert.

Wenn du schon einmal schwanger warst, kannst du die Kindsbewegungen möglicherweise schon spüren. Stößt das Kind beim Strampeln an die Gebärmutter, können Erstgebärende das leichte Flattern oft noch nicht richtig zuordnen. Noch etwas Geduld! In drei, vier Wochen hat das Kind weniger Platz und du wirst die Kindsbewegungen dann deutlich spüren. Ob sie in dieser Schwangerschaftswoche schon wahrnehmbar sind, hängt allerdings auch von der Lage der Plazenta ab. Bei manchen Frauen liegt der Mutterkuchen so, dass er die Bewegungen des Babys abfedert. In diesem Fall dauert es länger, bis die Kindsbewegungen spürbar sind.

Die Haut des Babys ist in der 16. SSW glatt und schimmert rötlich. Weil noch sehr wenig Unterhautfettgewebe vorhanden ist, ist sie weiterhin transparent und sehr durchlässig. Aber keine Sorge: Bis zur Entbindung wird dein Kind ein gutes Fettpolster entwickeln. Um dann auch den ersten Atemzug tun zu können, bildet sich in der 16. Schwangerschaftswoche unter anderem auch die Lunge weiter aus. Es entstehen Verästelungen und Verzweigungen, darin bildet sich Schleim, der für die Funktion der Lunge nach der Geburt wichtig ist. Auch der Darm reift weiter heran und nimmt bereits das Fruchtwasser auf, das das Baby schluckt. Manchmal bekommt es davon Schluckauf.

Falls ihr noch nicht wisst, was es wird, habt ihr bei einer Ultraschalluntersuchung in der 16. Schwangerschaftswoche gute Karten. Wenn das Baby beim Ultraschalltermin richtig liegt, kann dein Arzt euch jetzt verraten, ob ihr einen Jungen oder ein Mädchen bekommt. Es sei denn, ihr wollt euch überraschen lassen. Dann solltet ihr dem Arzt das vor der Untersuchung deutlich sagen, damit er euer Kleines nicht durch eine unbedachte Äußerung outet.

Dein Körper in der 16. Schwangerschaftswoche

Dein Babybauch wird nun nicht nur runder, sondern auch zunehmend fester. Das liegt daran, dass die wachsende Gebärmutter in dieser Phase der Schwangerschaft schon an die Bauchdecke stößt. Sie hat jetzt bereits ungefähr die Größe einer Honigmelone. In der Mitte des 2. Trimesters wirst du nun rasant an Gewicht zulegen. Viele Frauen fühlen sich mit den neuen Rundungen besonders sexy. Andere plagt die Sorge, die zusätzlichen Kilos nicht wieder los zu werden. Zwischen 12 und 16 Kilo nimmt eine normalgewichtige Frau in der Schwangerschaft zu. Aber keine Sorge, viel Fett ist in der Regel gar nicht dabei. Neben dem Baby, das im Schnitt 3,4 Kilo wiegt, geht das meiste Gewicht auf Kosten von Plazenta, Fruchtwasser, Gebärmutter, Wassereinlagerungen, einer erhöhte Blutmenge und deinen größeren Brüsten. Alles Faktoren, die sich nach der Schwangerschaft wieder einpendeln. In eher geringem Ausmaß wird auch Fett eingelagert. Das ist auch gut so, denn diese Reserven braucht dein Körper zum Stillen. Wenn du in den kommenden Monaten 300 Gramm pro Woche mehr auf die Waage bringst, ist alles im grünen Bereich.

Der größer werdende Schwangerschaftsbauch stört dich zunehmend beim Schlafen. Auf dem Bauch zu liegen, kann jetzt unangenehm sein. Das geht vielen Schwangeren so. Aber auch Rückenschläferinnen müssen sich in der Schwangerschaft langsam an die Seitenlage gewöhnen, da sonst zu starker Druck auf die Hohlvene ausgeübt werden kann. Vielleicht hilft dir ein Stillkissen oder ein Seitenschläferkissen, die optimale Schlafposition zu finden. Die Seitenlage hat den Vorteil, dass sie deinen Kreislauf anregt. So beugst du Ödemen und Krampfadern vor.

Es kann jetzt vorkommen, dass aus deinen Brüsten Flüssigkeit tritt. Das ist die sogenannte Vormilch (auch Kolostrum oder Erstmilch). Sie wird die ersten Tage nach der Geburt die erste wichtige Nahrung für dein Baby sein, bevor sich ihre Konsistenz nach einigen Tagen in gewöhnliche Muttermilch verwandelt. Wenn deine Brüste das nahrhafte Elexier bereits in der 16. SSW bilden, ist das ein gutes Zeichen. Dein Körper bereitet sich schon während der Schwangerschaft auf das Stillen vor. Aber nicht bei allen Frauen tritt die Milch schon jetzt aus den Brustdrüsen aus. Es ist auch normal, wenn die ersten Tropfen erst kurz vor der Geburt zu sehen sind. Sollten deine Brüste jetzt Ziehen oder schmerzen, helfen Quarkwickel oder Kühlpads.

Typische Schwangerschaftsanzeichen in der 16. Schwangerschaftswoche:

Schwangerschaftsstreifen
Dein Bauch und deine Gebärmutter werden jetzt fester und schützen auf diese Weise dein Kind. Der Nachteil: Die Haut reißt nun auch leichter. Um sie dehnbarer zu machen, ist es wichtig, sie jetzt besonders zu pflegen. Massiere Bauch und Brüste morgens und abends mit einer „Babybauch“-Pflege oder einem hochwertigen Mandelöl. Schwangerschaftsstreifen lassen sich so nicht vollständig verhindern. Aber vielleicht werden es so weniger.

Ziehende Schmerzen
Du spürst ein Ziehen rechts und links vom Bauchnabel und bis in die Leiste? Das wachsende Baby braucht Platz. Deine Mutterbänder, die die Gebärmutter am Beckenknochen verankern, dehnen sich weiter und verursachen die Beschwerden. Auch Rückenschmerzen könne hier ihre Ursache haben. Manchen Schwangeren helfen sanfte Bewegungen im Wasser, viel Ruhe und Entspannung. Wenn die ziehenden Schmerzen nicht verschwinden, solltest du aber einen Termin bei deinem Arzt machen.

Schmerzende Füße
Langes Stehen führt jetzt immer häufigen zu schmerzenden Füßen. Immerhin müssen sie in der Schwangerschaft eine größere Last tragen. Wenn du beruflich viel stehen musst, sprich unbedingt deinen Arbeitgeber darauf an. Er muss nach dem Mutterschutzgesetz dafür sorgen, dass du Aufgaben bekommst, die dich körperlich mehr schonen. Vermeide außerdem hochhackige Schuhe und reg die Durchblutung täglich mit Wechselduschen an.

Jodmangel
Auch dein Baby braucht in dieser Entwicklungsphase viel Jod, um über die Schilddrüse Hormone zu produzieren und sich so gesund zu entwickeln. Wenn du dich jetzt müde und abgeschlagen fühlst, kann das auf einen Mangel hindeuten. Wenn nötig, kann dein Arzt dir ein Nahrungsergänzungsmittel verschreiben. Achte in jedem Fall darauf, dass du jodiertes Speisesalz benutzt.

Das kannst du für dich und das Baby tun in der 16. SSW

Shopping-Time
So langsam werden die Hosen zu eng. Und es hilft auch schon nicht mehr, ein Gummiband zwischen Knopf und Knopfloch zu knüpfen? Dann ist jetzt Shopping angesagt! Umstandsmode muss her. Am besten solche Teile, die sich gut kombinieren lassen und die mit deinem Bauch mitwachsen. Wenn Freundinnen schon schwanger waren, ist Ausleihen natürlich die günstigere Option.

Tipp: Alles was sich vorne gut öffnen lässt, kannst du später gut zum Stillen tragen.

Geburtsvorbereitung buchen
In SSW 16 ist es an der Zeit, sich um einen Geburtsvorbereitungskurs zu kümmern. Denn aufgrund des Hebammenmangels sind viele schnell ausgebucht. Ärgerlich, wenn du dann einen Kurs nehmen musst, der eine lange Anfahrt mit sich bringt. Autofahren wird schließlich mit wachsendem Bauch nicht einfacher. Wenn du gar kein Glück hast, kannst du auch einen Onlinekurs buchen. Kontakte zu anderen schwangeren Paaren könnt ihr so allerdings nicht so leicht knüpfen.

Erzähl mir was Mama!
Das Gehör deines Babys kann schon Geräusche von außen wahrnehmen. Auch eure Stimmen übertragen sich als Schwingungen über das mütterliche Skelett. Wahrscheinlich habt ihr schon angefangen, mit dem kleinen Krümel zu reden. Das ist gut so. Auf diese Weise lernt er nicht nur eure Stimmen kennen, sondern spürt bereits im Mutterleib eine erste Bindung zu Mama und Papa.

Letzte Chance für Zweisamkeit
Ihr bekommt euer erstes Kind? Dann nutzt jetzt die letzte Chance für Quality Time zu zweit. Sie kommt in dieser Form nie zurück. Jetzt spielt der Bauch der werdenden Mama noch mit und ihr könnt euch eine Woche Auszeit in der Natur mit langen Spaziergängen und Wellness oder einen tollen Städtetrip gönnen. Natürlich wird auch die erste Reise mit Baby wunderschön. Aber spätestens nach dem dritten Urlaub auf dem Bauernhof werdet ihr an unseren Ratschlag denken!

Welche Untersuchungen stehen in der 16. SSW an?

Deine Vorsorgeuntersuchungen finden jetzt noch alle vier Wochen statt. Wann die nächste ist, steht in deinem Mutterpass. Ausnahme sind Risikoschwangere. Gehörst du dazu, wird dein Arzt dich zur Sicherheit alle zwei Wochen sehen wollen. Das gilt auch für Mehrlingsmütter. Sie gelten automatisch als Risikoschwangere, auch wenn es ihnen rundum gut geht und die Entwicklung der Babys völlig unauffällig verläuft.

Wurde dir aufgrund eines auffälligen Ultraschalls oder erblicher Erkrankungen in der Familie zu einer Amniozentese geraten, ist in der 16. Schwangerschaftswoche ein guter Zeitpunkt. Diese Methode der pränatalen Diagnostik kann bis zur 19. SSW angewendet werden. Danach ist das Risiko aufgrund der Größe des Babys zu hoch.

Ultraschallbilder aus der 16. Schwangerschaftswoche

Im Ultraschall ist gut zu erkennen, dass sich die Proportionen des Babys im Laufe der Schwangerschaft weiterentwickeln. Ein kleiner Mensch im Miniformat strampelt da munter im Fruchtwasser, runzelt hin und wieder die Stirn oder lutscht am Daumen. Kaum zu glauben, dass du die Action in deinem Bauch immer noch nicht spürst. Aber schon bald wirst du den Moment erleben, indem du dein Baby zum ersten Mal wahrnimmst. Und dann kommen ganz sicher auch Tage, an denen du froh wärst, wenn dein kleiner Boxer mal Trainingspause machen würde.

Medizinerlatein: Fundus

Während deiner Schwangerschaft haben dein Arzt oder deine Hebamme sicher schon von deinem Fundusstand gesprochen. Gemeint ist der obere Rand der Gebärmutter (fundus uteri oder Gebärmutterkuppe). Ganz allgemein bedeutet der lateinische Begriff Fundus „Boden“ oder „Grund“ und bezeichnet in der Medizin den Boden eines Hohlorgans. In der Schwangerschaftswoche 16 befindet sich der Fundus etwa drei Querfinger oberhalb des Schambeins. Der Fundusstand wird bei jeder Untersuchung in deinem Mutterpass notiert. Da sich Gebärmutterhals und Gebärmutter zum Schutz des Babys weiter verfestigt haben, kannst du deinen Uterus mit etwas Übung sogar ertasten.
Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wandert der Fundusstand immer weiter nach oben. In SSW 24 wird er in der Höhe deines Nabels angelangt sein. Bis zur 36. SSW wächst er bis zu deinen Rippen hoch. Erst wenn sich der gesamte Bauch um den Geburtstermin senkt, geht auch der Fundusstand wieder runter. Früher war er einer der wichtigsten Indikatoren für den Verlauf der Schwangerschaft.

Gut zu wissen in der 16. SSW

  • Geburtsvorbereitungskurse werden von der Krankenkasse gezahlt. Allerdings nur deiner. Will dein Partner dabei sein, muss er die Kosten selbst tragen. Eine Investition, die sich für euch alle lohnt. So weiß auch der werdende Papa, was ihn im Kreißsaal erwartet und kann dich besser bei der Entbindung begleiten.
     
  • Ist dein Partner irgendwie auch dicker geworden? Nicht lachen! Die Frage ist ernst gemeint. Es gibt Männer die gewissermaßen co-schwanger werden und denen man das körperlich ansieht. Die Wissenschaft hat das sogenannte Couvade-Syndrom (vom französischen „couver“ für ausbrüten) noch nicht abschließend erforscht. Tatsache ist, dass ein Viertel der werdenden Väter unter Übelkeit und Gewichtszunahme leiden. Es wird vermutet, dass weibliche Sexuallockstoffe (Pheromone) den männlichen Hormonspiegel beeinflussen.
     
  • Das Kind braucht einen Namen. Klar. Aber jetzt schon? Nun, wenn ihr euch die schier unbegrenzte Auswahl anseht, ist es langsam Zeit. Der wichtigste Tipp: Euer Kind ist ohnehin etwas Besonderes. Der Name muss es daher nicht unbedingt sein. Spätestens in der Schule fühlen sich Kinder mit einem ganz normalen Namen mit wenig Hänselpotential am wohlsten.
     
  • Angst vor der Geburt? Besucht schon jetzt einen Infoabend in möglichen Geburtskliniken. Wenn ihr schon mal einen Blick in einem modernen Kreißsaal geworfen habt, könnt ihr den Bildern in eurem Kopf eine gute Portion Realität entgegensetzen.