Trimester

Die drei Trimester der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft wird in drei Abschnitte, sogenannte Trimester, unterteilt. Jedes Trimester markiert eine bestimmte Stufe der embryonalen und fetalen Entwicklung und hat seine ganz besonderen Charakteristika. Hier ein Überblick über die drei Schwangerschaftsabschnitte.

Schwanger Wadenkraempfe
Foto: © Fotolia.com/ sborisov
Der Begriff „Trimester“ stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet einen Zeitabschnitt von drei (tri) Monaten (mensis). Die Angaben, wann welches Trimester beginnt, variieren. Bei urbia orientieren wir uns an folgender Unterteilung:

Das 1. Trimester beginnt mit dem Einsetzen der letzten Menstruation vor der Schwangerschaft und umfasst mit den ersten drei Monaten die Zeit der Frühschwangerschaft. Auch wenn es von außen noch nicht sichtbar ist, entwickelt sich das Kind in dieser Phase am rasantesten. Nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle entsteht innerhalb von wenigen Wochen ein winziger Mensch mit schlagendem Herzen. Schon in dieser frühen Phase bilden sich alle wichtigen Organe aus, so dass sich das Kind bereits beim Übergang ins 2. Trimester in der fetalen Phase befindet. In diesem Trimester reifen die Organe und weitere Anlagen des Kindes und nehmen zum Teil schon ihre Funktion auf. Das Baby wächst kontinuierlich und die Mutter bekommt das durch die regen Kindsbewegungen zu spüren. Im 3. Trimester vollendet sich die Reifung des Babys allmählich, so dass es auch außerhalb des Mutterleibes lebensfähig ist. Der Körper der Mutter macht sich währenddessen für die Geburt bereit.

Das 1. Trimester

Die eigentliche Schwangerschaft beginnt etwa in der 3. SSW, wenn sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterwand einnistet. Der vorher als Blastozyste bezeichnete Zellhaufen entwickelt sich hier zum Embryo. Aus einem Teil der Zellen entstehen  Plazenta und Eihäute, aus dem anderen Teil der eigentliche Embryo. Jetzt schüttet der Körper der Mutter zudem eine Reihe von Hormonen aus, die die weitere Entwicklung des Embryos unterstützen und die Schwangerschaft aufrechterhalten.

Innerhalb weniger Wochen entwickelt sich aus einer Ansammlung von Zellen ein zusammenhängender Körper, der schon bald Ähnlichkeit mit einem Menschen aufweist. Kopf, Rumpf, Arme und Beine bilden sich heraus und auch die Augen sind gegen Ende des 1. Trimesters bereits zu erkennen.

Während der Embryo im Mutterleib eine rasante Entwicklung durchmacht, sieht man der Mutter ihre Schwangerschaft noch nicht an. Die spürt aber häufig bereits, dass in ihrem Körper etwas vor sich geht. Die  häufigsten Schwangerschaftsanzeichen in dieser Zeit sind spannende Brüste, Müdigkeit und Übelkeit. So können die ersten Wochen für die werdende Mutter ganz schön anstrengend werden. Sind sie aber erst einmal überstanden, geht es den meisten Frauen wieder viel besser.

Das 2. Trimester

Mit dem 2. Trimester kann aufgeatmet werden: Nun ist die Schwangerschaft gefestigt und das Risiko einer  Fehlgeburt hat sich drastisch reduziert. Die  Schwangerschaftsbeschwerden haben nachgelassen und die werdende Mutter fühlt sich wacher und fitter. Allmählich sieht man ihr die Schwangerschaft auch äußerlich an: Der Bauch rundet sich – erst kaum spürbar, doch dann geht es sehr schnell. Das Baby legt in dieser Zeit das größte Wachstum hin.

Der Fötus gewinnt an Masse, seine Organe reifen heran und nehmen bereits ihre Arbeit auf und auch das Gehirn entwickelt sich im mittleren Trimester rasant. Gegen Ende dieser Periode kann es bereits einfache Informationen verarbeiten. Außerdem entwickeln sich Gehör und Augen und die Kindsbewegungen, die schon im ersten Trimester über den Ultraschall beobachtet werden konnten, werden für die Mutter erstmals spürbar – erst als ein ganz leichtes Flattern, dann immer stärker als kleine Tritte im Unterleib.

Die werdende Mutter genießt nun die schönste Zeit ihrer Schwangerschaft. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für einen letzten zweisamen Urlaub mit dem Partner. Auch wenn sie sich allgemein gut und fit fühlt, kommt es im fortschreitenden 2. Trimester oft zu den ersten Beschwerden, die vom wachsenden Bauch herrühren. So können die sich dehnenden Mutterbänder ein unangenehmes Ziehen im Scham- oder Steißbein verursachen. Auch das Becken kann schmerzen, da es bereits beginnt, sich zu weiten. Gezielte  Schwangerschaftsgymnastik, Yoga und Schwimmen können die Beschwerden lindern.

Ultraschalluntersuchung in der Mitte des 2. Trimesters

Das 3. Trimester

Das letzte Trimester der Schwangerschaft ist hauptsächlich vom Wachstum geprägt. Das Baby ist bereits zu Anfang der Periode so weit entwickelt, dass es bei einer Frühgeburt gute Überlebenschancen hätte. Jede Woche mehr im Mutterleib lässt es aber noch weiter reifen.

Bereits zu Beginn des letzten Drittels nehmen die meisten Babys die Geburtslage ein. Dazu drehen sie sich mit dem Kopf nach unten. Manchmal dauert es ein wenig länger, bis sich das Baby in die richtige Position begibt, was aber kein Grund zur Sorge ist – es bleibt noch genug Zeit.

Die Mutter bekommt das Gewicht und das Volumen ihres Bauches immer mehr zu spüren. Kurzatmigkeit, Rückenbeschwerden und Magenprobleme begleiten sie jetzt vielleicht täglich. Schonung ist die beste Medizin und so wird der Mutterschaftsurlaub von den meisten berufstätigen Schwangeren sehnlich erwartet. Die mittlerweile recht ausgeprägten Kindsbewegungen sind nun nicht mehr nur innerlich für die Mutter zu spüren, sondern auch deutlich von außen sichtbar. Nun kann der Vater sein Baby fühlen, wenn er die Hand auf den runden Babybauch legt. Und dieses Gefühl macht alle Sorgen und Wehwehchen doppelt wett.

Hier erhalten Sie ein Überblick über die einzelnen Schwangerschaftswochen.


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