Oma und Opa als Babysitter
Großeltern: So vermeiden Sie Konflikte
Oma und Opa sind liebevolle Babysitter - wenn sie die Kinder nur nicht so verwöhnen würden. urbia gibt Tipps, wie sich Ärger dabei vermeiden lässt.
Wo die Missverständnisse blühen
Einerseits ist man ja froh, wenn Oma und Opa den Nachwuchs hüten. Man kann mal wieder abends ausgehen, ein Wochenende wegfahren oder sogar wieder arbeiten gehen. Wäre da nur nicht die Gewohnheit der Großeltern, dem Enkelchen Süßigkeiten ohne Ende zu kaufen, es am Tisch grenzenlos matschen zu lassen und ihm auch noch das Fernsehen bis Mitternacht zu erlauben. Und so gibt es kaum einen idealeren Nährboden für Konflikte, als die widerstreitenden Erziehungsvorstellungen von Eltern und Großeltern. Wir haben Tipps zusammengestellt, wie Sie der Streitfalle erfolgreich aus dem Weg gehen. Denn Kinder brauchen Großeltern – und umgekehrt.
Das eigene Kind nicht unterschätzen
Sie glauben, Ihr Erziehungsstil und derjenige der Großeltern müssten immer und in jedem Fall auf einer Linie liegen? Weil doch das Kind sonst verwirrt ist und nicht mehr weiß, wo’s langgeht? Falsch. Kinder können schon sehr früh genau unterscheiden, was Alltagsregeln sind und wo es auch mal Ausnahmen gibt. Selbst wenn also die Großeltern das Enkelkind verwöhnen, ihm alle Zeit widmen und ihm immer sein (leider vitaminarmes) Lieblingsgericht kochen: Es wird diesen Zustand genießen, ohne gleich von seiner Mutter dasselbe zu erwarten. Es ist für die seelische Entwicklung von Kindern gut, wenn Sie unterschiedliche Lebensbereiche und Lebensweisen kennen lernen. Und Großeltern besitzen noch etwas sehr Wertvolles: Zeit. Denn Hand aufs Herz: Wann haben Sie selbst jemals soviel Muße, mit Ihrem Kind stundenlang zu spielen, ausgiebige Ausflüge zum Ententeich oder in den Zoo zu machen und ihm lange Geschichten von früher zu erzählen?
Eigene Konflikte mit den Eltern außen vor lassen
Manchmal liegt es gar nicht so sehr an äußeren Anlässen, wenn es immer wieder kräftig zwischen den Generationen kracht. Viele Mütter und Väter erinnern sich an Ihre eigene Kindheit und finden, dass ihre Eltern keine besonders guten Eltern waren. Sie hegen deshalb vielleicht noch einen heftigen Groll gegen sie und blicken überkritisch und gereizt auf alles, was die eigenen Eltern nun in ihrer neuen Rolle alles verkehrt machen könnten. Geben Sie Ihren Eltern eine Chance und versuchen Sie, fair zu sein. Benutzen Sie Ihre Kinder nicht als Druckmittel, indem Sie sie den Großeltern zum Beispiel vorenthalten. Denn auch wenn sie als Eltern streckenweise versagt haben, sind die meisten Paare als Großeltern dennoch ein echter Hauptgewinn für die Enkel. Das Verhältnis zu den Enkelkindern ist nämlich viel entspannter, als zum eigenen Kind. Geduld, Humor, Freude am Spiel und eine Riesenportion Liebe können in der Großelternrolle vielfach offener und leichter gezeigt und gelebt werden.
Vereinbaren Sie Regeln
Natürlich sollten die Großeltern das Enkelkind nicht maßlos mit Süßigkeiten voll stopfen oder ihm erlauben, bis spät abends Krimis anzuschauen. Überlegen Sie für sich selbst im stillen Kämmerlein, was Sie tolerieren können, und was Sie auf keinen Fall wünschen. Seien Sie großzügig und konzentrieren Sie sich auf Dinge, die dem Kind schaden. Diese Regeln sollten dann im Gespräch freundlich, aber bestimmt durchgesetzt werden. Die Verabredungen könnten – je nach Alter des Kindes - folgendermaßen aussehen:
- Die Großeltern lassen das Baby niemals schreien, auch wenn das früher so üblich war
- Ein Kind bekommt höchstens eine Süßigkeit am Tag, danach werden Zähne geputzt
- Es muss zu einem bestimmten Zeitpunkt ins Bett, am Wochenende etwas später
- Fernsehen höchstens eine Stunde am Tag, und nur eine kindgerechte Sendung
- Das Kind wird nie ohne Autositz befördert, auch nicht die kurze Strecke zum Bäcker
- Im Straßenverkehr geht das (kleine) Kind an der Hand. Die Großeltern passen auf, dass es sich nicht plötzlich losreißt , was leider bei den etwas ungeübten älteren Menschen nicht selten vorkommt.
Manche Großeltern sind der Meinung, sie wüssten besser Bescheid, was für das Kind gut ist. Und sie haben vielleicht noch nicht akzeptiert, dass das eigene Kind jetzt erwachsen und selbst Mutter/Vater ist. Hier kommt es darauf an, dass Sie sich selbstbewusst zeigen. Sagen Sie nicht: „MAN sagt, Fernsehen ist schlecht für Kinder.“ Sagen Sie: „ICH WILL, dass das Kind abends nicht fernsieht und auch tagsüber nicht mehr als eine Stunde.“ Es ist selbstverständlich, dass die Großeltern sich an diese Spielregeln halten, da sie sonst kein Vertrauen mehr von Ihnen erwarten können.







