Wo bleibt zum Eisprung die Romantik?

Kinderwunsch: Sex nach Plan

Sex nach Plan kurz vor dem Eisprung: Das klingt wenig romantisch. Für Paare mit Kinderwunsch jedoch oft unumgänglich. Aber wie behält man beim Sex auf Termin auch auf Dauer noch den Spaß an der Sache? Wir haben Paare zum Kalender-Sex befragt.

von Gabriele Möller
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Paar Bett Rosenblaetter
Foto: © iStockphoto/ Thomas_EyeDesign

Der Eisprung naht - was nun?

Es ist ein bisschen wie Lottospielen, wenn die Ziehung bevorsteht und der Jackpot lockt: Geplanter Sex kurz vor dem Eisprung. Viele Paare möchten dem Glück (und der Natur) den kleinen Finger reichen und bestimmen per Teststäbchen oder Temperaturkurve die fruchtbaren Tage der Frau. Manchmal ist es aber auch der Arzt, der den Startschuss zur Jagd aufs springende Ei gibt, weil das Paar in einer Kinderwunsch-Behandlung steckt. Was aber ist mit Liebe, Romantik, Spontaneität? Ist es nicht der Niedergang jeder Leidenschaft, wenn sie nach Kalender stattfinden soll? Muss „Mann“ eigentlich auf Knopfdruck können? Und wie fängt ein Paar das völlig unspontane Schäferstündchen an? Etwa mit „Äh, sollen wir dann jetzt?“ oder „Na gut, dann woll’n wir mal!“? urbia befragte Paare, warum sie bewusst zum Eisprungtermin kuscheln und ob es ihnen gelingt, Romantik und Vergnügen in den „Kalendersex“ zu retten.

Warum lieben Paare nach Kalender?

Wenn zwei sich für die Liebe nach Termin entscheiden, stecken die unterschiedlichsten Motive dahinter. Manchen gibt der Arzt vor, wann „es“ denn bitte sehr sein sollte: „Ich kam gerade heute morgen vom Frauenarzt, der mir mitgeteilt hat, dass mein Eissprung unmittelbar bevorsteht! Er sagte, dass ich also heute oder morgen Geschlechtsverkehr haben sollte“, berichtet Janine. „Ich habe vorhin gleich meinen Mann auf der Arbeit angerufen und ihm davon erzählt. Er freute sich! Denn weil ich PCO (viele kleine Zysten) am rechten Eierstock habe, ist die Chance auf einen Eisprung gering und liegt so bei drei bis vier Mal im Jahr.“

Andere wiederum wollen genau den Sex nach ärztlicher „Verordnung“ vermeiden: „Wir hatten es etwa ein Jahr lang einfach so probiert“, erzählt Sonja (41) aus Karlsruhe. „Als es nicht klappte, wollten wir nicht gleich in eine Kinderwunschpraxis, also sozusagen an die ‚Öffentlichkeit’ gehen. Wir wollten nicht mit einem Außenstehenden über unser Intimleben sprechen.“ Deshalb hatte sich Sonja zunächst einen Zykluscomputer angeschafft. „Ich dachte, wir hätten vielleicht einfach den richtigen Zeitpunkt immer verpasst.“ Ausschlag gab eine Freundin: „Als die sich einen Zykluscomputer anschaffte, sah sie, dass ihre fruchtbaren Tage immer zu einem ganz anderen Zeitpunkt waren als sie gedacht hatte. Das hat mir selbst auch zu denken gegeben.“

Manche Paare sind aber einfach ungeduldig und wollen das Elternwerden mit den modernen Möglichkeiten beschleunigen: „Mein Freund und ich haben uns vor zwei Monaten zu einem Kind entschlossen und probieren seit diesem Monat, schwanger zu werden. Wir benutzen dazu die Ovulationstests, einfach, weil es so am schnellsten geht“, erklärt eine Userin mit dem Nick Hippogreif in einer Mail an urbia optimistisch. „Empfohlen wurde mir der Test von zwei Freundinnen, bei denen mit den Teststäbchen gleich im ersten Monat geklappt hat“, erzählt sie.

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