Wenn Mütter zu viel heben

Kampf dem Rückenschmerz

... das geht leichter als man denkt. Anne Rodler hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie man auch im Alltag Rückenschmerzen vorbeugen kann.

von Anne Rodler
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Frau Rueckenschmerzen
Foto: © panthermedia/ Stefan Redel

Bewegungsmangel ist das Problem Nummer Eins

Wer kennt das nicht? Den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen und in den Computer geschaut, abends mit dem Auto nach Hause gefahren und sich nicht ein bisschen bewegt. Folge: Schultern und Rücken sind hart wie Stahl, Verspannungen und Schmerzen das "täglich Brot". Über Rückenschmerzen klagen viele Menschen, die überwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben. Sie betreffen aber auch diejenigen, die schwere körperliche Tätigkeiten im Beruf verrichten. Mütter, die ständig ihre kleinen Kinder durch die Gegend tragen, können davon ebenfalls ein Liedchen singen. Bewegungsmangel und falsche Bewegungen, die einseitige Belastungen herbeiführen, sind die häufigsten Ursachen für Rückenprobleme. Außerdem können sie durch Wachstumsschäden wie Rückenkrümmungen, Erkrankungen wie Tumore und Stoffwechselkrankheiten oder psychische Probleme auftreten oder begünstigt werden. "80 Prozent der Rückenschmerzen sind jedoch durch fehlende Muskeln bedingt", erklärt die Diplom-Sportlehrerin Anja Ropertz aus Krefeld. "Fehlen die stützenden Haltemuskeln, verfällt die Wirbelsäule. Und das führt früher oder später zu Schäden, Krankheiten und Schmerzen jeglicher Art."

Der Mensch ist kein angewurzelter Baum

Unser Alltag ist von Bewegungsarmut gekennzeichnet: Ob wir arbeiten, uns zu Hause, im Restaurant oder Kino aufhalten, auf der Rolltreppe durch die Kaufhäuser schweben - wenn Sport nicht zu den Hobbys zählt, fällt die tägliche Bewegung buchstäblich flach. Dabei tut es uns überhaupt nicht gut, uns ständig zu "pflanzen". "Der Mensch ist einfach nicht für die Sitzposition geschaffen", erläutert Anja Ropertz. Ab dem 20. Lebensjahr - bei vielen Jugendlichen, bedingt durch Haltungsschäden aber auch schon früher - beginnt die degenerative Entwicklung der Wirbelsäule, das heißt sie verändert sich im negativen Sinne. Wir müssen also aktiv etwas dagegen tun, damit nicht Verschleiß der Wirbel und der dazwischen liegenden Bandscheiben, Verkrümmungen der Wirbelsäule und Erkrankungen langsam, aber dafür mit bestimmter Sicherheit eintreten. Je nachdem welche Muskeln zu stark vernachlässigt wurden und sich zurück gebildet haben oder welche zu einseitig belastet wurden, können Flachrücken, Hohl-, Rund- oder Hohlrundrücken und Skoliosen entstehen. Skoliosen bezeichnen seitliche Rückenkrümmungen. Im schlimmsten Fall ergeben sich Bandscheibenvorfälle.