Leben mit Kindern

Die Entdeckung der Langsamkeit

Haben Sie schon einmal versucht, mit zwei kleinen Kindern schnell von hier nach dort zu gelangen? Enorm, was Kinder unterwegs so alles Wichtiges entdecken. Wie gut, wenn Mama und Papa es da gerade nicht eilig haben!

von Petra Fleckenstein
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Junge spielt in Pfuetze
Foto: © iStockphoto.com/ EyeJoy

Gute Entschuldigung für Verspätungen

Was wird anders, nachdem Paare ihr erstes Kind bekommen haben? Richtig! Sie sind nie mehr um eine gute und stichhaltige Entschuldigung verlegen, wenn sie zu Verabredungen zu spät erscheinen. Denn frei nach Murphy's Law lieben es Babys, genau dann ihr großes Geschäft in die Windel zu drücken, wenn Eltern und Nachwuchs gestiefelt und gespornt in der Wohnungstür stehen. Oder sie schlummern nach einem durchbrüllten Vormittag genau dann selig in ihrem Kinderbettchen ein, wenn die lange geplante Verabredung just bevorsteht. So dass die erschöpften Eltern es partout nicht übers Herz bringen, das endlich schlafende Engelchen aus Morpheus Armen zu reißen.

Genervt sein oder daran wachsen

Wenn Paare Kinder bekommen, bricht in einen oft gut geregelten und sinnvoll verplanten Alltag mit einem Schlag die Anarchie ein. Wege, die zuvor in wenigen Minuten zu ersprinten waren, stecken plötzlich voller Hindernisse. Zielgerichtetes Handeln wie: "Ich mache mich fertig, um in zehn Minuten das Haus zu verlassen", verästelt sich fortan in zahlreiche Seitenwege. Vormals unbedeutendes Geschehen auf der Straße mutiert zu einer Attraktion, die so lange bestaunt und diskutiert werden will – bis die Bahn mal wieder weg ist. Eltern haben nun die Wahl: Sie können ihre Kinder und deren Herangehensweise an das Leben als Stör-Kontinuum auffassen und sich ständig furchtbar aufregen. Oder sie begeben sich auf eine spannende innere Reise, die man die "Entdeckung der Langsamkeit" nennen könnte.